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Coburg bundesweit mit höchster Inzidenz

10:42
13.05.2021
An keinem Ort Deutschlands stecken sich derzeit mehr Menschen mit dem Coronavirus an als in Coburg. Das liegt vor allem daran, dass B.1.1.7 sich erst jetzt mit voller Wucht durchgesetzt hat.

Coburg - Die Stadt Coburg hat den höchsten Inzidenzwert Deutschlands. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts lag er am Donnerstagmorgen bei 255,6 (Landkreis 225,9). Der Inzidenzwert gibt an, wie viele Menschen sich in den vergangenen sieben Tagen hochgerechnet auf 100 000 Einwohner mit dem Coronavirus infiziert haben. Von Mittwoch, 5. Mai, bis Mittwoch, 12. Mai, gab es 299 Neuinfektionen, acht Menschen starben.

Nachdem B.1.1.7, die sogenannte britische Variante des Virus, bereits seit geraumer Zeit in ganz Deutschland die Oberhand gewonnen hat, ist sie nun auch in der Region mit ganzer Wucht angekommen. Deshalb sei die Ansteckungsgefahr deutlich gestiegen, betont Dr. Roswita Gradl, die Leiterin des Gesundheitsamtes. „Es reicht schon ein kurzes Gespräch über den Gartenzaun. Wenn dabei einer infiziert ist und keine Masken getragen werden, dann kann es schon passiert sein“, warnt Gradl. Die Leiterin des Gesundheitsamts appelliert deshalb an die Bevölkerung, die Abstandsregeln zu beachten und am Vatertag oder an Pfingsten auf Zusammenkünfte im Freundes- und Familienkreis zu verzichten. Flankierend dazu behält sich hat das Landratsamt Coburg vor, weitere Kontaktbeschränkungen zu erlassen.

Bereits am 27. Dezember vergangen Jahres hatte Coburg mit 543 bundesweit den höchsten Inzidenzwert. Um die Weihnachtszeit und Anfang des Jahres war die Lage aber weit dramatischer, weil sich zahlreiche Senioren in Pflegeheimen erkrankten und starben. Allein zwischen dem 1. Dezember und dem 15. Januar wurden in Stadt und Land 109 Todesfälle registriert. 105 davon kamen aus Altenheimen.

Online-Redaktion

Rund zwei Prozent Corona-Variante aus Indien

10:22
13.05.2021

Bisher ist die neu als besorgniserregend eingestufte Mutante B.1.617 aus Indien nur in wenigen Proben nachgewiesen. Doch die Tendenz ist steigend.

Berlin - Auf sehr niedrigem Niveau beobachtet das Robert Koch-Institut (RKI) in Deutschland einen wachsenden Anteil der in Indien entdeckten Corona-Variante.

Die neu als besorgniserregend eingestufte Mutante B.1.617 sei bisher nur in wenigen Proben nachgewiesen, "aber ihr Anteil stieg in den letzten Wochen stetig an", heißt es in einem RKI-Bericht vom Mittwochabend. Ihr Anteil an den untersuchten Proben beträgt demnach weniger als zwei Prozent (Untervariante B.1617.1: 0,6 Prozent; B.1617.2: 0,9 Prozent). Das RKI betont, dass die absoluten Zahlen der Nachweise in der Woche vom 26. April bis 2. Mai lediglich im zweistelligen Bereich lägen: bei gut 30.


Bislang sei keine Abschwächung des hohen Anteils der in Großbritannien entdeckten, deutlich ansteckenderen Variante B.1.1.7 zu beobachten, schreibt das Institut weiter. Diese macht wie schon in den Vorwochen mehr als 90 Prozent der untersuchten Proben aus. Die ebenfalls als besorgniserregend eingestuften Varianten B.1.351 (Südafrika) und P.1 (Brasilien) spielen weiter eine untergeordnete Rolle: Laut RKI lag ihr Anteil in den vergangenen Wochen konstant bei 0 bis 1 Prozent beziehungsweise bei 0 bis 0,3 Prozent. In Deutschland wird nur ein kleiner Teil der Proben auf Varianten untersucht.

Die indische Variante wird seit kurzem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als besorgniserregend eingestuft. Das RKI schreibt: Die Einstufung solcher Varianten erlaube eine verstärkte Überwachung, "beispielsweise durch gezielte PCR-Untersuchung und Gesamtgenomsequenzierung im Rahmen der Coronavirus-Surveillanceverordnung (CorSurV)".

Die indische Variante zeichnet sich laut RKI durch Mutationen aus, die mit einer reduzierten Wirksamkeit der Immunantwort in Verbindung gebracht werden. Erste Daten aus Laborexperimenten deuteten jedoch darauf hin, dass die Wirksamkeit von Impfstoffen "nicht substanziell beeinträchtigt" sei, heißt es. Zudem gebe es Hinweise auf eine erhöhte Übertragbarkeit.

Online-Redaktion