Letztes Update:
20210326131138

Steinmeier gegen Resignation in Corona-Krise

11:37
26.03.2021
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat angesichts der nicht enden wollenden Corona-Pandemie Verständnis für wachsende Unzufriedenheit gezeigt, aber zugleich zu Zuversicht aufgerufen. «Ich verstehe den Frust», sagte er am Freitag in Berlin. «Ja, der Tunnel ist länger, als wir gedacht und gehofft haben. Aber gerade jetzt im Angesicht der dritten Welle ist nicht die Zeit für Resignation, Verzweiflung oder Abrechnung.» Steinmeier äußerte sich bei der Verleihung von Bundesverdienstkreuzen im Schloss Bellevue an fünf Frauen und einen Mann, die sich in der Corona-Pandemie ehrenamtlich engagiert haben.

Die vergangenen Monate hätten viel Verunsicherung mit sich gebracht, «große Sorgen, Frust und Unmut, auch das Gefühl von Ohnmacht», sagte der Bundespräsident. Alle seien corona-müde. Die allermeisten Menschen hätten viel Geduld gezeigt. «Wir haben Verständnis gezeigt für Dinge, die nicht so gut liefen. Wir hatten gehofft, dass auf die erste Viruswelle keine zweite folgt. Und wir hatten gehofft, dass uns eine dritte Welle erspart bliebe.» Es sei anders gekommen - «und unser Vorrat an Geduld schwindet».

Alle hätten darauf vertraut, dass die Einschränkungen und Hygienemaßnahmen das Virus bändigen könnten, dass der Impfstoff schneller komme und die Warteschleife in der Impfhotline kürzer sei, sagte Steinmeier. «Doch wir scheinen uns im Kreis zu drehen, bewegen uns von einem Lockdown in seine Verlängerung. Jeder Fehler, jedes Versäumnis wiegt schwer. Enttäuschung, Gereiztheit, Misstrauen breiten sich aus. Und auch das Gefühl, dass Geduld und Disziplin nicht belohnt werden.»

Steinmeier rief aber dazu auf, die Geduld nicht zu verlieren. «Der Kampf gegen das Coronavirus ist ein Marathonlauf, das letzte Drittel ist der härteste Teil der Strecke. Auf diesem Abschnitt dürfen wir nicht den Mut, nicht die Zuversicht, auch nicht das Selbstvertrauen verlieren», sagte er. «Wir wissen, was getan werden muss, um ins Ziel zu gelangen: Wir müssen impfen, schneller und umfassender als bisher, mit allen Mitteln, die wir haben, und mit mehr Pragmatismus als bisher.»

(dpa)

Lauterbach: Ich glaube den Corona-Fallzahlen von Mallorca nicht

11:18
26.03.2021
Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hält die niedrigen Corona-Fallzahlen auf Mallorca für geschönt. Mallorca habe bestritten, dass es die besonders ansteckende Corona-Variante P1 auf der Insel gebe - «ich glaube das übrigens nicht, also ich glaube, dass dort P1 ist», sagte der SPD-Politiker am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung «Maybrit Illner». «Da wird auch noch getrickst, ich glaube da kein Wort. Ich glaube, dass die mittlerweile längst P1 haben. Und ich glaube auch den Fallzahlen nicht.»

Die Uni-Klinik Son Espases der Insel hatte schon am Dienstag die auch in Deutschland kursierenden Berichte dementiert, es sei P1 auf Mallorca diagnostiziert worden. «Wir haben die Variante B.1.1.28 gefunden. Die gefährliche Variante (aus Brasilien) ist die B.1.1.28.1, auch als P1 bezeichnet», sagte der Sprecher der Klinik, Juan Carlos González der Deutschen Presse-Agentur.

Nach den aktuellen Zahlen des regionalen Gesundheitsministeriums in Palma vom Donnerstag wurden binnen eines Tages 36 Menschen auf den Inseln im Mittelmeer positiv auf das Virus getestet. Davon entfielen 33 auf Mallorca, wo zurzeit viele Deutsche trotz der Warnungen der Bundesregierung ihren Urlaub verbringen, und 3 je auf Ibiza und Menorca. Das Gesundheitsministerium in Madrid gab die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen für die Balearen am Donnerstagabend mit 29,32 an, ein leichter Rückgang im Vergleich zu Mittwoch.

Der niedrigste Stand bei dieser Sieben-Tage-Inzidenz war seit Jahresbeginn am 18. März gemessen worden, als dieser Wert mit 18,79 angegeben wurde. Seither stieg er täglich bis auf 30,80 am Mittwoch. Von Corona-Fällen unter Urlaubern wurde nichts bekannt. Auf den Balearen leben knapp 1,2 Millionen Menschen, davon mehr als 900 000 auf Mallorca.

(dpa)

Alle externen Inhalte nachladen?
Datenschutzerklärung
nachladen