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Lauterbach gegen Lockerungen

08:43
09.02.2021
Trotz sinkender Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen sieht der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach baldige Lockerungen der staatlichen Beschränkungen sehr skeptisch. Grund sind die um sich greifenden, wahrscheinlich deutlich ansteckenderen Virusmutanten, wie der Mediziner auf Twitter schrieb. In eigenen Berechnungen komme er zu dem Ergebnis, dass bei derzeitiger Ausbreitung der Mutanten die Fallzahlen nur noch bis Ende Februar sinken dürften, dann komme eine dritte Welle der Pandemie.

Die britische und südafrikanische Variante des Coronavirus gelten als ansteckender, auch in Deutschland sind sie aufgetaucht. Lauterbach schrieb, nach seiner Einschätzung hätten sie Stand heute einen Anteil von rund 20 Prozent. Auch andere Experten hatten sich skeptisch geäußert, ob Lockerungen der Corona-Einschränkungen sinnvoll sind, auch wenn die Infektionszahlen hierzulande sinken.

Somit sei die Entscheidung bei den Bund-Länder-Beratungen an diesem Mittwoch «extrem schwer», schrieb Lauterbach: Die Bevölkerung erwarte Lockerungen, weil die Fallzahlen sinken. Epidemiologisch gesehen «müssten wir sogar verschärfen», weil eine dritte Welle mit «Turbo-Virus» drohe, warnte er. Zusätzlich gefährdeten Lockerungen den Impferfolg, weil bei einigen Mutanten Impfungen weniger gut wirkten.

Weiter schrieb Lauterbach: «Die politisch schlechteste Lösung wäre: Warten, bis die 3. Welle beginnt, weil dann die Bevölkerung reif für die schlechte Nachricht wäre. Das wäre falsch. Weil die verlorene Zeit nicht einholbar ist. Es bliebe nur Lockdown bis Ostern. Jetzt sind Mut und Transparenz gefragt.»

(dpa)

Corona-Krise brockt Tui erneut hohen Verlust ein

07:09
09.02.2021
Die Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie haben den weltgrößten Reisekonzern Tui auch Ende 2020 tief in die roten Zahlen gerissen. Im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember stand unter dem Strich ein Verlust von rund 803 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Hannover mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte Tui hier ein saisontypisches Minus von 129 Millionen Euro verbucht. Wegen des Einbruchs im Reisegeschäft brach der Umsatz nun um fast 88 Prozent auf 468 Millionen Euro ein. Der deutsche Staat hat Tui seit vergangenem Frühjahr mit Milliardensummen vor dem wirtschaftlichen Untergang bewahrt.

Für den bevorstehenden Sommer zeigte sich Tui-Chef Fritz Joussen vor allem mit Blick auf den Fortschritt der Impfungen in Großbritannien weiterhin zuversichtlich. Bisher zählt Tui für die warme Jahreszeit nach eigenen Angaben konzernweit 2,8 Millionen Buchungen. Die Preise lägen im Schnitt 20 Prozent höher als im Vorkrisen-Sommer 2019. Das Reiseangebot von Tui soll weiterhin 80 Prozent des Sommerprogramms von 2019 erreichen.

(dpa)

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