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20201229044814

Intensivmediziner-Funktionär rät zur Geduld bei Impfungen

04:43
29.12.2020
Der Chef der Intensivmediziner-Vereinigung DIVI, Uwe Janssens, hat mehr Geduld gefordert bei der Umsetzung der Impfungen. «Wir müssen jetzt ein bisschen Geduld haben. Wir können jetzt nichts vom Zaun brechen. Wir haben jetzt wirklich in Windeseile einen Impfstoff auf dem Markt, der sogar wirkt. Das ist sensationell», sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), dem RTL-«Nachtjournal». «Lassen wir uns das jetzt doch nicht kaputtreden von der Politik, die meint, es müsste jetzt noch schneller gehen. Ich bin wirklich super zufrieden, dass es jetzt so ist. Wir freuen uns auf 2021, aber es wird halt dauern bis die Wirkung voll durchschlägt.»

Er wies darauf hin, dass noch ungeklärt ist, ob nach einer Impfung das Virus noch übertragen werden kann. «Das ist noch nicht letztendlich geklärt. Deshalb gilt für die nächsten Monate weiter: Abstand halten, Mund-Nasen-Bedeckung tragen ... auch, wenn man geimpft ist.»

Janssens warnte vor Forderungen, den Impfstoff in Lizenz von anderen Pharmafirmen produzieren zu lassen. «Ich halte das für kontraproduktiv», sagte er und nannte namentlich FDP-Chef Christian Lindner. Auch die Linkspartei hatte Ähnliches gefordert. Es sei ein biotechnisch komplizierter Prozess. «Ich würde jetzt keine Schnellschüsse machen und einfach sagen, wir konstruieren jetzt den Impfstoff zackzack irgendwo anders. Ich würde darauf vertrauen, dass das gründlich weiter gemacht wird. Denn sonst sind doch die ersten Impfgegner wieder am Start und sagen, das ist doch gar nicht mehr der richtige Impfstoff. Und dann haben wir eine Riesen-Diskussion.»

(dpa)

Corona-Lockdown sorgt für ruhigen Fastnachtsbeginn

04:42
29.12.2020
Kein Masken abstauben, kein Karbatschen schwingen: Am Dreikönigstag (6. Januar) beginnt im Südwesten zwar wieder die schwäbisch-alemannische Fastnacht. Doch der coronabedingte Lockdown macht den Narren einen Strich durch die Rechnung. «Es wird eine ruhige Fasnet», hieß es von der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSNA). Veranstaltungen seien angesichts der aktuellen Lage nicht geplant. Es könne kleinere Online-Aktionen geben - so wie bereits am 11.11..

Normalerweise stimmen sich die Zünfte im Land um diese Zeit auf unterschiedliche Weise auf die fünfte Jahreszeit ein: Viele «Mäschgerle» starten beispielsweise mit dem Abstauben der Masken und des Narrengewandes. Am 6. Januar dürfen sie ihr «Häs» das erste Mal wieder öffentlich tragen. Andernorts gibt es das obligatorische Ausrufen der Fastnacht oder das Einschnellen, bei dem lange Peitschen knallen, die Karbatschen genannt werden. Bälle, Umzüge und andere Versammlungen würden eigentlich bis zum Aschermittwoch (17. Februar) folgen.

Im Herbst hatten die Narren sich noch auf kleinere Veranstaltungen und Umzüge unter Hygiene- und Abstandsregeln geeinigt. Doch die steigenden Infektionszahlen hatten auch diese Pläne durchkreuzt. Man wolle nun sehen, wie es nach dem 10. Januar weitergehe, sagte ein VSNA-Sprecher. Bis dahin gelten die aktuellen Einschränkungen im öffentlichen Leben.

Die Fastnacht im Südwesten ist vorwiegend traditionell geprägt. Die Narren verkörpern meist Figuren aus der Dorf- und Stadtgeschichte sowie Fabelwesen und Tiere. Zum «Häs» tragen sie oft kunstvoll geschnitzte Masken. An einigen Orten sind aber auch Einflüsse des rheinischen Karnevals spürbar - mit Figuren wie Prinz und Prinzessin oder Tanzgarde.

(dpa/lsw)

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