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Handel rechnet mit mehr Insolvenzen als bisher prognostiziert

14:17
15.12.2020
Der Handelsverband Baden-Württemberg fürchtet angesichts des bevorstehenden mehrwöchigen harten Lockdowns eine Insolvenzwelle in noch viel größerem Umfang als bisher prognostiziert. Noch zuletzt war der Verband von rund 6000 coronabedingten Geschäftsschließungen und Insolvenzen in den nächsten zwei Jahren ausgegangen. Doch der neue Lockdown werde die Lage im Einzelhandel nochmals verschärfen, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Verbandes, Sabine Hagmann, der Deutschen Presse-Agentur. «Die Zahl wird sich auf jeden Fall deutlich erhöhen.»

Im schlimmsten Fall müsse man mit einer Verdopplung auf rund 12 000 Schließungen und Insolvenzen in den nächsten zwei Jahren rechnen. Das gelte vor allem dann, wenn die Händler nicht schnell ausreichende staatliche Hilfen bekämen. Hagmann forderte für die Betriebe in ihrer Branche Zuschüsse nach dem Vorbild der außerordentlichen November- und Dezemberhilfen, von denen beispielsweise das bereits seit längerem weitgehend geschlossene Gastrogewerbe profitiert. Diese Betriebe erhalten in der Regel Bundes-Zuschüsse von 75 Prozent des durchschnittlichen Umsatzes aus den jeweiligen Vorjahresmonaten.

Der letzte offizielle Verkaufstag für stationäre Einzelhändler verlief nach Verbandsangaben im Südwesten bis zum Dienstagnachmittag kaum zufriedenstellend, beispielsweise für Modehändler. «Gemessen daran, dass heute die letzte Möglichkeit für viele Menschen für einen Einkauf ist, ist es in den Städten sehr leer», sagte Hagmann.

(dpa/lsw)

Lufthansa stellt Schnelltests vorübergehend ein

13:35
15.12.2020
 Die Lufthansa hat ihren Probelauf mit verpflichtenden Corona-Schnelltests vorübergehend eingestellt. Voraussichtlich Ende Januar werde das Verfahren wieder aufgenommen, sagte eine Sprecherin in Frankfurt. Zuvor war der vorerst letzte Flug mit durchgängig auf das Corona-Virus getesteten Passagieren in München gestartet. Auch die Lufthansa-Tochter Austrian hat ihre Testreihen auf Verbindungen zwischen Wien, Berlin und später Hamburg zunächst beendet.

Lufthansa hatte im November erstmalig Antigen-Tests in ihren Abfertigungsprozess integriert und dafür 250 000 Sets beschafft. «Kurz gesagt: Es funktioniert», fasste die Sprecherin die Ergebnisse zusammen. Nun müssten die Durchlaufzeit weiter verkürzt und zudem die Testlabore in das Lufthansa-IT-System eingebunden werden. Lufthansa hat nach eigenen Angaben rund 2000 Passagiere getestet.

Zum Neustart kämen auch andere Flughäfen und Strecken in Frage, kündigte die Sprecherin an, ohne Einzelheiten zu nennen. Der Konzern gehe trotz der mittlerweile erhältlichen Impfstoffe davon aus, dass auch im kommenden Jahr etliche Einreisen ohne Quarantäne nur mit einem negativen Corona-Test möglich sein werden.

Die verwendeten Antigen-Schnelltests weisen nicht den Covid-19-Erreger als solchen nach, sondern mit diesem verbundene Proteine. Die Funktionsweise ähnelt einem Schwangerschaftstest, die Ergebnisse sollen nach 30 bis 60 Minuten vorliegen. Allerdings sind die Tests ungenauer als die üblichen PCR-Tests.

(dpa)

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