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Große Nachfrage nach FFP2-Masken in Apotheken

14:21
15.12.2020
Zum Auftakt der Ausgabe von kostenlosen FFP2-Masken an Menschen aus Corona-Risikogruppen war der Andrang in vielen deutschen Apotheken groß. «Ein Patientenplus von 100 Prozent oder mehr war bis zum Mittag durchaus die Regel», sagte der Sprecher der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) am Dienstagnachmittag nach ersten Einschätzungen. Die meisten Apotheken hätten es geschafft, sich rechtzeitig Masken zu besorgen. «Bei vielen waren aber bis mittags die bereits beschafften Kontingente auch schon vergriffen», so Kern. Neue Ware sollte es jedoch schon ab Mittwoch geben.

Aufgrund des erwartet hohen Andrangs hatten viele Apotheken zusätzliche Ausgabeplätze eingerichtet und sich personell verstärkt. Nach ersten Informationen der ABDA konnten Apotheken mit besonders großen Masken-Vorräten am Dienstag bereits gut ein Drittel der anspruchsberechtigten Stammkunden versorgen. «Das würde bedeuten, dass man den wesentlichen Teil der Risikopatienten noch vor Weihnachten weitgehend schafft», sagte Kern.

Seit Dienstag können rund 27 Millionen Deutsche aus Corona-Risikogruppen die ersten kostenlosen FFP2-Masken erhalten. In einem ersten Schritt sollen über 60-Jährige und Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen drei Masken gratis in der Apotheke holen können. Zum Abholen ist Zeit bis zum 6. Januar. Im zweiten Schritt können diese Menschen ab 1. Januar weitere zwölf Masken erhalten.

(dpa)

Weniger Ausbildungsverträge in der Krise abgeschlossen

14:20
15.12.2020
Im Jahr der Corona-Pandemie haben deutlich weniger junge Menschen eine Ausbildung begonnen als noch 2019. So wurden
57 600 Ausbildungsverträge weniger abgeschlossen als im Vorjahr, wie aus der am Dienstag vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) vorgestellten Ausbildungsbilanz 2020 hervorgeht. Das entspricht einem Minus von 11 Prozent. Insgesamt wurden bundesweit 467 500 Ausbildungsverträge geschlossen, 2019 waren es noch 525 000.

Gründe dafür sind nach Angaben des Instituts einerseits ein deutlich reduziertes Angebot an Ausbildungsplätzen und zugleich eine gesunkene Nachfrage nach Lehrstellen. Außerdem ist es dem BIBB zufolge in Zeiten ohne Ausbildungsmessen und Betriebspraktika noch schwerer geworden, Betriebe und Azubis zusammenzubringen. Demnach blieben zum Stichtag 30. September fast 60 000 und damit knapp 12 Prozent aller von Betrieben angebotenen Ausbildungsplätze unbesetzt. Mehr als 78 000 Jugendliche suchten gleichzeitig noch nach einer ihnen passend erscheinenden Lehrstelle.

Die Entwicklungen sind nach Einschätzung des BIBB aber nicht ausschließlich auf die Auswirkungen der Pandemie zurückzuführen. Infolge der demografischen Entwicklung sinke schon seit Jahren die Zahl der Schulabgänger, weshalb mit einem leichten Rückgang der Anzahl an Ausbildungsverträgen gerechnet wurde.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) zufolge betrifft der Rückgang dabei alle Branchen. «Die Corona-Pandemie hat merkliche Spuren auch auf dem Ausbildungsmarkt hinterlassen.» Mit einer Corona-Ausbildungsprämie unterstützt der Bund deshalb Betriebe, damit Auszubildende aus anderen Unternehmen, die wegen der Corona-Krise zahlungsunfähig werden, ihre Lehre dort fortsetzen können.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) warnt davor, dass junge Menschen, die jetzt nicht ausgebildet würden, künftig als Fachkräfte fehlen werden. Auch der Einbruch bei den Neuverträgen in der Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009 habe nie vollständig ausgeglichen werden können, sagte Präsident Hans Peter Wollseifer.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund sieht schlechte Vorzeichen auch für das nächste Jahr. «Vor allem junge Menschen mit niedrigen oder mittleren Schulabschlüssen sowie Jugendliche aus Einwandererfamilien drohen zu den Verlierern der Krise zu werden», sagte die stellvertretende Vorsitzende Elke Hannack. Sie forderte eine Ausbildungsgarantie, die Jugendlichen, die keinen betrieblichen Ausbildungsplatz bekommen, den Einstieg in das erste Ausbildungsjahr in einer außerbetrieblichen Ausbildung ermöglichen soll.

(dpa)

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