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20201127055815

Weihnachtshäuser lassen wegen Corona die Lichter aus

05:50
27.11.2020
Manche Weihnachtshäuser lassen in diesem Jahr die Lichter aus, damit sich während der Corona-Pandemie keine Menschenmassen ansammeln. So erklärten es beispielsweise die Verantwortlichen für die sonst üppig beleuchteten Häuser und Gärten in Karlsruhe, Friedrichshafen und Lichtenstein (Kreis Reutlingen). Thomas Schwaiger in Pliezhausen (Kreis Reutlingen) hingegen will rund 85 000 Lichter bis zum dritten Advent montiert haben. Thorsten Grüger möchte am Weihnachtshaus Neureut in Karlsruhe zumindest mit einer roten Kerze mahnen und an jene erinnern, die von dem Virus betroffen sind, teilte er mit. Als Beispiele nannte er die Gestorbenen, aber auch betroffene Unternehmen, Gastwirte und Kulturschaffende.

Da im vergangenen Jahr zeitweise pro Stunde etwa 200 bis 300 Menschen da waren und damit wieder zu rechnen gewesen sei, bleibe das Licht aus, erklärte er weiter. «Denn es ist für uns unmöglich zu kontrollieren, was auf der Straße bei unseren Zuschauern passiert.»

Ähnlich äußerte sich Thomas Bittelmeyer aus Friedrichshafen: In der Vergangenheit seien an manchen Tagen - vor allem dem 25. und 26. Dezember - bis zu 200 Menschen gleichzeitig da gewesen. Das sei mit keinem Schutzkonzept vereinbar. Zudem sei zu befürchten, dass es keine anderen Veranstaltungen gibt, weshalb möglicherweise noch mehr Menschen kommen. «Daher die Entscheidung, gar nichts zu machen.»

Die Gruppe, die in Lichtenstein sonst für Prunk und Farbenspiele in der Vorweihnachtszeit sorgt, habe lange diskutiert, sagte Jörg Meißel. Aber an Wochenenden seien manchmal 150 Leute zu Besuch gekommen, unter der Woche 80 bis 90. «Und es soll ja Spaß machen.» Doch auch wenn das Weihnachtshaus dieses Mal dunkel bleibt, gehen die Vorbereitungen weiter - dann eben für die nächste Saison. «Wir kaufen gerade 30 Figuren ein», sagte Meißel. Zudem hätten sie eine Lieferung mit 10 000 programmierbaren LED-Leuchten bestellt.

In Pliezhausen plant Schwaiger sechs Wochen für den Aufbau. Höhepunkt soll wieder eine acht Meter lange Konstruktion mit Rentieren und Schlitten sein, die er 2006 aus den USA holte. Jedes Jahr müsse er ein bisschen reparieren, sagte Schwaiger. Und jedes Jahr habe er seine Beleuchtung ein Stück weiter perfektioniert. Um Stromkosten zu sparen, steige er - wo möglich - auf LED um. Ein kostspieliges Hobby sei das aber insgesamt, räumte Schwaiger ein und verglich die Investitionen mit einem Kleinwagen. Um den 10. Januar will er mit dem Abbau der Lichter beginnen. Drei Wochen dauere das in etwa.

(dpa/lsw)

Kommunen wollen lokalen Händlern im Weihnachtsgeschäft helfen

05:49
27.11.2020
Mit einem bunten Mix an Maßnahmen wollen viele Südwest-Kommunen ihre wirtschaftlich in Not geratenen Einzelhändler im so wichtigen Weihnachtsgeschäft unterstützen. Zu den Initiativen zählen etwa kostenlose Innenstadt-Parkplätze an bestimmten Tagen im Dezember, allerlei Gutschein-Aktionen und Gratis-Lieferungen nach Hause, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in den größten Städten Baden-Württembergs ergab.

Besonders beliebt sind Gutschein-Modelle, mit denen etliche Kommunen den ansässigen Handelsbetrieben unter die Arme greifen wollen. So werden beispielsweise in Stuttgart, Karlsruhe, Konstanz, Pforzheim, Reutlingen, Ludwigsburg, Freiburg, Tübingen, Ulm, Esslingen und Heilbronn meist kommunal organisierte Gutscheine in unterschiedlichen Höhen zum Kauf angeboten. Diese können von den Kunden branchenübergreifend in teilnehmenden Geschäften eingelöst werden, je nach Stadt in mehreren Dutzend bis mehreren Hundert Läden.

Angesichts der Corona-Pandemie droht stationären Händlern im Dezember ein nie da gewesener Umsatzeinbruch - auch bedingt dadurch, dass wegen ausfallender Weihnachtsmärkte viel weniger Laufpublikum in den Innenstädten unterwegs sein dürfte als normalerweise zum Jahresende. Für viele Betriebe sind die Wochen vor Weihnachten sonst traditionell die umsatzstärksten im ganzen Jahr.

(dpa/lsw)

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