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20201127055815

Veranstaltungs- und Schaustellerbranchen fordern weitere Hilfen

05:57
27.11.2020
Die Konzert- und Veranstaltungswirtschaft fordert von Bund und Ländern eine Garantie, dass Kosten für pandemiebedingte Ausfälle künftig ersetzt werden. «Veranstalter werden die erheblichen Veranstaltungsrisiken zukünftig nur noch eingehen können, wenn der Staat zukünftig die pandemiebedingten Ausfallkosten übernimmt, denn Versicherungen gibt es dafür nicht mehr», sagte Jens Michow, Präsident des Bundesverbandes der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV), den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag).

«Ich hoffe nicht, dass die Politik annimmt, dass mit den Hilfen des Novembers und des Dezembers alle Schäden beseitigt seien. Das ist nicht so. Die Branche liegt vollständig am Boden.» Michow fordert, dass bei der im neuen Jahr anlaufenden Überbrückungshilfe III Fix- und Betriebskosten zu 90 Prozent ausgeglichen werden sollten.

Die Schaustellerbranche verlangt unterdessen eine weitere Aussetzung von Vermögensprüfungen, um Arbeitslosengeld II (Hartz IV) beziehen zu können. Ansonsten müssten Schausteller beispielsweise ihren Fuhrpark veräußern, ehe sie Anspruch auf Hilfe haben. «Das würde für viele das Aus bedeuten», warnte Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes, in den Funke-Zeitungen. Die Branche ist durch den Ausfall von Weihnachtsmärkten aktuell besonders belastet.

(dpa)

Licht und Schatten für Kerzenhersteller in der Corona-Krise

05:50
27.11.2020
Auch bei den Herstellern von Kerzen machen sich die Corona-Pandemie und der damit verbundene Verschönerungstrend in den heimischen vier Wänden bemerkbar - allerdings auf sehr verschiedene Weise. Wer breit aufgestellt sei und etwa Gartencenter oder große Einzelhandelsketten beliefere, für den laufe es recht gut, sagte Stefan Thomann, der Geschäftsführer der European Candle Association, des Verbands der Kerzenhersteller mit Sitz in Stuttgart. Wer dagegen hauptsächlich Kirchen oder kleine Geschäfte wie etwa Floristen zu seinen Kunden zähle, der habe die Krise voll zu spüren bekommen. «Da sind Umsätze massiv eingebrochen», sagte Thomann.

Am Ende insgesamt knapp unterhalb des Vorjahres herauszukommen, sei noch möglich, schätzt Thomann. Allerdings sei 2019 schon kein gutes Kerzenjahr gewesen - zu warm, zu sommerlich, als eigentlich Herbst hätte sein sollen.

Wie viele Kerzen pro Jahr in Deutschland ver- und gekauft werden, lässt sich nur näherungsweise sagen. Laut Europäischem Statistikamt wurden 2019 hierzulande knapp 63 000 Tonnen Kerzen im Wert von rund 143 Millionen Euro produziert, etwa 9000 Tonnen weniger als 2018. Verrechnet man das mit Import und Export, kamen rund 171 000 Tonnen Kerzen auf den Markt, rund 10 000 Tonnen weniger als im Jahr davor.

In diesem Jahr habe das Wetter eher eine untergeordnete Rolle gespielt, sagte Thomann. Bestimmend sei eindeutig Corona gewesen. Baumärkten und Gartencentern hatte die Pandemie zeitweise eine große Nachfrage beschert, weil viele Menschen ungewohnt und teilweise wohl auch ungewollt viel Zeit zu Hause verbringen mussten. «Die Leute machen es sich schön zu Hause», sagte Thomann. Das habe sich zumindest in Teilen auch beim Kerzenabsatz gezeigt.

Demgegenüber stünden die zwangsweise geschlossenen Geschäfte im Frühjahr und die oft noch viel schärferen Beschränkungen im Ausland. «Ikea hatte über Wochen seine Filialen geschlossen», sagte Thomann. «Das spielt ins ganze Jahr mit rein.» Auch das Geschäft mit den Kirchen habe schwer gelitten.

Ob die Pandemie die Branche dauerhaft verändere, lasse sich wohl erst am Ende der Saison sagen. «Was aber klar zu sehen ist: Es werden höherwertige Kerzen gekauft», sagte Thomann. Ob das bewusst geschehe, sei aber unklar. «Die Kerze ist eher ein Mitnahmeartikel.» Vorab geplant und gezielt umgesetzt werde der Kauf eher selten.

Auch der Trend zu mehr Nachhaltigkeit sei inzwischen in der Branche angekommen, etwa was die Ansprüche der Käufer an die verwendeten Rohstoffe angehe. «Das hat aber schon vor Corona angefangen», sagte Thomann.

(dpa/lsw)

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