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20201027171021

Kultusminister plädieren weiter für Offenhaltung der Schulen

17:08
27.10.2020
Die Kultusminister der Länder bleiben bei ihrer Position, dass die Schulen in der Corona-Pandemie möglichst geöffnet bleiben sollen. Das Recht auf Bildung von Kindern und Jugendlichen werde am besten im Präsenzunterricht in der Schule verwirklicht, heißt in einem Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK), der am Dienstag veröffentlicht wurde. Schulen seien als Orte auch des sozialen Miteinanders von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. «Dies muss oberste Priorität bei allen Entscheidungen über einschränkende Maßnahmen haben, die aufgrund steigender Infektionszahlen zu ergreifen sind.»

Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin und amtierende KMK-Präsidentin Stefanie Hubig (SPD) sagte: «Jetzt ist die Zeit, Prioritäten zu setzen. Wir alle müssen uns im Privaten einschränken, müssen auf Feiern, Treffen mit Freunden und vielleicht auch Hobbies verzichten, damit unsere Kinder und Jugendlichen die Bildung erhalten können, die ihnen zusteht.» Laut KMK bewegen sich die bundesweiten Infektionszahlen an Schulen derzeit «im Promillebereich und damit auf einem vergleichsweise geringen Niveau». Die Länder würden ihre Infektionslage sehr genau analysieren und über passgenaue Maßnahmen für ihre Schulen entscheiden.

Kritik kam vom Deutschen Lehrerverband und vom Verband Bildung und Erziehung (VBE). Der VBE sprach in einer Mitteilung von einem «weichgespülten Kompromiss». «Man begnügt sich damit, weiter zu manifestieren, dass überall die eigene Suppe gekocht wird.» Lehrerverbandspräsident Heinz-Peter Meidinger nannte die KMK-Erklärung «weitgehend Inhalts- und substanzlos». «Sie gibt keinerlei Antworten auf die drängenden Fragen, wie an den Schulen auf das stark anwachsende Infektionsgeschehen in Deutschland zu reagieren ist», teilte er mit.

(dpa)

Montgomery mahnt zu mehr Kontakt-Vermeidung

17:07
27.10.2020
Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat mehr Vorsicht aller Bundesbürger angemahnt, um neue weitgehende Alltagsbeschränkungen abzuwenden. «Wenn wir den wirtschaftlichen Lockdown verhindern wollen, müssen wir uns alle mehr am Riemen reißen», sagte er der «Passauer Neuen Presse» (Dienstag). «Das heißt weniger Kontakte, mehr zu Hause bleiben.» Es gelte, Kontaktstellen wie Restaurants wieder zu meiden - entweder durch Verringerung der Zahl von Menschen, die sich dort treffen könnten oder durch Schließungen.

«Die Menschen, die sich nicht an die Regeln halten, sind nämlich schuld, wenn es für alle wieder zum Lockdown kommt», sagte Montgomery. «Die Unverfrorenheit, mit der manche Menschen die Abstands- und Masken-Regeln missachten, die unbeschreibliche Dummheit und Unverfrorenheit, mit der manche sich verweigern, erschreckt mich
manchmal. Etliche haben den Schuss nicht gehört.»

(dpa)

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