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20201027171021

Strobl verteidigt Lockdown-Vorschlag gegen Skepsis und Kritik

15:46
27.10.2020
Der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Thomas Strobl hat seinen Vorschlag eines gut einwöchigen Lockdowns bei einer weiteren Verschärfung der Corona-Lage in Deutschland verteidigt. «Es gehört zur Vorsorge in der Pandemie, bereits jetzt Szenarien zu entwerfen und sich vorzubereiten», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. «Wir brauchen einen Blick in den Werkzeugkasten der Pandemie-Bekämpfung [...] Falsch wäre sicher, es einfach laufen zu lassen.»

Sollte sich die Zahl der Corona-Infizierten weiter so entwickeln wie in den vergangenen Tagen, komme das Land um weitere Maßnahmen definitiv nicht herum. «Eine Maßnahme aus dem Instrumentenkasten kann ein zeitlich eng begrenzter Lockdown sein», sagte Strobl, der auch baden-württembergischer Innenminister ist. «Das bedeutet: zeitlich sehr eng begrenzt, für eine gute Woche alles zumachen und schließen und damit die Kontakte maximal reduzieren.» Natürlich sei es besser, die Pandemie auch mit weniger harten Maßnahmen in den Griff zu bekommen.

(dpa)

Städte und Arbeitgeber schließen Corona-Lockdown nicht komplett aus

15:15
27.10.2020
Der baden-württembergische Städtetag schließt einen strikten Lockdown im Land nicht vollkommen aus, sollte die Zahl der Infektionen trotz schärferer Einschränkungen weiter steigen. Statt einer stufenweise Wiederholung des Lockdowns vom Frühjahr sei in diesem Fall «ein gut vorbereiteter, zeitlich strikt begrenzter und damit kalkulierbarer umfassender Shutdown von einigen Tagen, der auch den privaten Bereich erfasst, wirksamer», sagte der Präsident des Städtetags und Mannheimer Oberbürgermeister, Peter Kurz. Ein «lockdown light» hätte hingegen mehr Schaden als Nutzen.

Der Städtetag schlägt zuvor aber konsequentere Quarantänen vor, die über allgemeine Anordnungen, ein gutes Kontaktpersonenmanagement und schnellere Prozesse bei den Gesundheitsämtern ermöglicht werden könnten. Menschen, die getestet, als gefährdete Kontaktpersonen identifiziert oder sonst Kenntnis von ihrer Infektion erlangt hätten, sollten per Allgemeinverfügung zur Quarantäne gezwungen werden. «Wenn dies die Strategie aller Gesundheitsämter wäre, würden die Zeiten, in denen die infizierten Personen am öffentlichen und privaten Leben weiter teilnehmen können, maßgeblich verkürzt», sagte das Städtetags-Vorstandsmitglied Gudrun Heute-Bluhm am Dienstag in Stuttgart.

Vor der neuen Bund-Länder-Runde zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie hatte bereits der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) mit dem Vorschlag für einen strengen, aber kurzzeitigen Lockdown für Aufsehen gesorgt.

Die baden-württembergischen Arbeitsgeberverbände nannten die Idee radikal, aber diskussionswürdig. Zwar bevorzugten die Arbeitgeberverbände ein regional fokussiertes Vorgehen gegen die Pandemie. Doch sei die Idee Strobls sehr umfassend und kurzzeitig. «Vielleicht könnte sie maximal wirken, ohne übergroßen Schaden in der Wirtschaft anzurichten. Das gilt es, noch genauer zu prüfen», sagte der Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeber Baden-Württemberg, Peer-Michael Dick.

(dpa/lsw)

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