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Menschen in Pflegeheimen bewegen sich wegen Corona-Regeln zu wenig

12:42
03.11.2020
Körperliche Aktivitäten von Pflegeheimbewohnern sind wegen der coronabedingten Kontaktbeschränkungen laut einer Studie der Universität Tübingen zu kurz gekommen. «Die Bewegungsförderung in den Heimen wurde erheblich behindert», erklärte Annika Frahsa vom Institut für Sportwissenschaft in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung. Das Problem sei, dass die Förderung von Bewegung in den internen Leitlinien der untersuchten Heime nicht vorgesehen sei.

Die Aufgaben - dazu zählen beispielsweise Gleichgewichtsübungen und Training des Reaktionsvermögens - würden großenteils von externen Dienstleistern erfüllt, die während des sogenannten Lockdowns im Frühjahr keinen Zutritt zu den Heimen hatten. Das Forschungsteam will nun neue Konzepte entwickeln, um die Pflegebedürftigen mobil zu halten.

Zwar sahen die Führungskräfte der Heime laut der Studie Bewegungsangebote und -anreize auch in Zeiten der Pandemie als wichtig an. «Doch ist das in Heimen wenig institutionalisiert. Durch den eingeschränkten Zugang konnte die Bewegungsförderung nicht wie üblich an externe Dienstleister delegiert werden», erklärte Frahsas Kollege Ansgar Thiel. Die Aufgabe sei daher in diesem Bereich an wenig qualifizierte, interne Mitarbeiter übertragen worden. Da die Arbeitskapazität des Pflegepersonals durch die Pandemie selbst überbeansprucht gewesen sei, sei die Bewegungsförderung in vielen Fällen zurückgefahren worden.

Das Forschungsprojekt BaSAlt des Tübinger Forschungsteams lief bereits vor der Corona-Pandemie. Erforscht wird, wie Gesundheit und Lebenszufriedenheit von Menschen in Pflegeheimen optimal gefördert werden können. Die Teilstudie über die Bedingungen im Corona-Lockdown wurde aktuell eingeschoben. Acht Heime in den Stadt- und Landkreisen Tübingen, Reutlingen und Esslingen waren einbezogen.

(dpa)

BER-Chef lässt sich testen und geht bis zum Ergebnis in Quarantäne

11:28
03.11.2020
Der Chef des Hauptstadtflughafens BER, Engelbert Lütke Daldrup, will sich nach einem positiven Corona-Testergebnis des brandenburgischen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) ebenfalls testen lassen. Bis zum Ergebnis werde er sich in Quarantäne begeben, sagte Lütke Daldrup am Dienstag. Woidke hatte am Samstag an den Eröffnungsfeierlichkeiten des BER teilgenommen. Am Dienstag wurde bekannt, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert hat. Wo und wann, war zunächst unklar.

Neben Woidke und Lütke Daldrup war auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am Samstag dabei sowie Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD). Auch die Chefs der Fluggesellschaften Lufthansa und Easyjet, Carsten Spohr und Johan Lundgren, waren anwesend. Ein Schnelltest bei Scheuer sei negativ gewesen, er gehe aber nach Absprache mit Ärzten in Quarantäne, sagte eine Sprecherin am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Lütke Dalrup betonte am Dienstag, er gehe nicht davon aus, dass Woidkes positives Ergebnis für die übrigen Anwesenden große Konsequenzen haben werde. «Wir haben sehr genau darauf geachtet, dass Abstand eingehalten worden ist. Die Gäste haben Maske getragen, und wir hatten auf der Veranstaltung ein Hygienekonzept», sagte er. Mit Punkten am Boden sei den Teilnehmern bei dem Ereignis angezeigt worden, wo sie sich mit genügend Abstand aufstellen sollten. Zudem sei ein sogenannter Hygienewächter dabei gewesen, der auf Fehlverhalten achten sollte.

(dpa)

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