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20201029161129

Zoo-Verband: Pauschale Schließungen sind nicht notwendig

15:41
29.10.2020
Der Verband der Zoologischen Gärten fordert angesichts des bevorstehenden Teil-Lockdowns von den Regierungschefs der Bundesländer mehr Augenmaß. «Eine pauschale Schließung aller Zoos und Tierparks ist aus unserer Sicht nicht notwendig», sagte der Präsident des Verbandes, Jörg Junhold, am Donnerstag. Die Verbandsmitglieder hätten nach dem Lockdown im Frühjahr Hygiene-Konzepte umgesetzt, die sich in der Praxis bewährt hätten und von den Behörden abgenommen worden seien. So seien unter anderem Obergrenzen für Besucher und eingeschränkte Zeitslots für den Besuch eingeführt worden.

Die Besuche in zoologischen Gärten seien im Kern eine Aktivität im Freien, argumentierte Junhold. Der geforderte Abstand ließe sich organisieren. «Man darf bei der Betrachtung der aktuellen Lage nicht
vergessen, dass unsere typische Hauptsaison bereits zu Ende
gegangen ist», führte Junhold aus. Zoos könnten in dieser
angespannten gesellschaftlichen Situation «einen sicheren
Erholungsort im urbanen Raum bieten».

Bund und Länder hatten sich am Mittwoch darauf geeinigt, ab nächster Woche bis Ende November Freizeiteinrichtungen wie Theater, Opern oder Konzerthäuser zu schließen. Die Ausgestaltung - etwa im Hinblick auf die Zoos und Tiergärten - obliegt den Bundesländern. Aus Kreisen hieß es, dass einige Länder die Zoos weiter offen halten wollen.

(dpa)

Industrieverband: Corona-Maßnahmen unvermeidlich, aber schmerzhaft

15:39
29.10.2020
Baden-Württembergs Industrie hält die neuen Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie für unvermeidlich, aber schmerzhaft. «Die Entwicklung des Infektionsgeschehens hat der Bundesregierung und den Ländern keine andere Wahl gelassen, als noch einmal mit Wucht einzugreifen», sagte Wolfgang Wolf, Mitglied des Vorstands im Landesverband der Industrie, am Donnerstag. Dass versucht werde, die Wirtschaft am Laufen zu halten, während das Infektionsgeschehen aufgehalten werden soll, sei zu begrüßen. «Denn je länger die Pandemie andauert, desto höher fallen auch die wirtschaftlichen Schäden aus», sagte Wolf.

Ihr Verständnis für die Sorgen und Nöte der Unternehmen müsse die Politik jetzt in zielgerichtete Hilfen umsetzen. Zudem sei wichtig, dass es gelingt, die Akzeptanz für die Maßnahmen in der Bevölkerung hoch zu halten. «Zu dieser Akzeptanz trüge sicherlich auch eine deutlichere Einbindung der Parlamente bei», sagte Wolf.

Der Arbeitgeberverband Baden-Württemberg kritisierte in diesem Zusammenhang «Stimmen aus der Politik, die die beschlossenen Maßnahmen nun in Bausch und Bogen in Frage stellen». Sie unterminierten die dringend erforderliche Akzeptanz, sagte Hauptgeschäftsführer Peer-Michael Dick.

«Im Grundsatz halten wir die angekündigten Maßnahmen für erforderlich und geeignet, um den weiteren Anstieg der Neuinfektionen zu bremsen und diese sogar wieder zu senken», betonte er. Es sei auch nachvollziehbar, dass ein Flickenteppich von Maßnahmen nicht funktionieren könne. «Allerdings wären in manchen Bereichen doch etwas zielgenauere und differenziertere Maßnahmen denkbar», sagte er. Unabdingbar sei zudem, dass die in Aussicht gestellten Hilfen nun rasch und unbürokratisch umgesetzt würden.

(dpa/lsw)

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