Der Verband der Zoologischen Gärten fordert angesichts des bevorstehenden Teil-Lockdowns von den Regierungschefs der Bundesländer mehr Augenmaß. «Eine pauschale Schließung aller Zoos und Tierparks ist aus unserer Sicht nicht notwendig», sagte der Präsident des Verbandes, Jörg Junhold, am Donnerstag. Die Verbandsmitglieder hätten nach dem Lockdown im Frühjahr Hygiene-Konzepte umgesetzt, die sich in der Praxis bewährt hätten und von den Behörden abgenommen worden seien. So seien unter anderem Obergrenzen für Besucher und eingeschränkte Zeitslots für den Besuch eingeführt worden.
Die Besuche in zoologischen Gärten seien im Kern eine Aktivität im Freien, argumentierte Junhold. Der geforderte Abstand ließe sich organisieren. «Man darf bei der Betrachtung der aktuellen Lage nicht
vergessen, dass unsere typische Hauptsaison bereits zu Ende
gegangen ist», führte Junhold aus. Zoos könnten in dieser
angespannten gesellschaftlichen Situation «einen sicheren
Erholungsort im urbanen Raum bieten».
Bund und Länder hatten sich am Mittwoch darauf geeinigt, ab nächster Woche bis Ende November Freizeiteinrichtungen wie Theater, Opern oder Konzerthäuser zu schließen. Die Ausgestaltung - etwa im Hinblick auf die Zoos und Tiergärten - obliegt den Bundesländern. Aus Kreisen hieß es, dass einige Länder die Zoos weiter offen halten wollen.