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20201029153957

Teil-Lockdown: Auch Einzelhandel will Ausgleichszahlungen

15:21
29.10.2020
Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat die Bundesregierung aufgefordert, neben Gastronomen auch stark durch den Teil-Lockdown geschädigte Innenstadthändler in das geplante, neue Nothilfeprogramm aufzunehmen. HDE-Präsident Josef Sanktjohanser warnte in Briefen an Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), andernfalls würden viele Innenstadthändler nicht überleben und «in der Folge auch ganze Stadtzentren mit in den Abgrund reißen».

Sanktjohanser betonte, der Einzelhandel dürfe seine Geschäfte zwar grundsätzlich weiter öffnen. Das zur Eindämmung der Pandemie notwendige, weitgehende Herunterfahren des öffentlichen Lebens mit Schließungen in der Gastronomie und im Freizeitbereich komme für viele Innenstadthändler aber dennoch «einem faktischen Lockdown» gleich. Denn unter diesen Umständen würden voraussichtlich nur noch wenige Kunden den Weg in die Stadtzentren finden.

Vor allem viele Textilhändler würden dies nicht überleben können. Denn ihre finanziellen Reserven seien mittlerweile aufgebraucht. Schließlich habe der Bekleidungshandel in den ersten acht Monaten des Jahres ein Drittel seiner Umsätze unwiederbringlich verloren.

In das Nothilfeprogramm aufgenommen werden sollten nach Einschätzung des Branchenverbandes alle Händler, die durch den Teil-Lockdown im November direkt oder indirekt einen Umsatzausfall von 70 Prozent erleiden.

(dpa)

Scholz verspricht «massive Unterstützungsleistungen» für Firmen

15:18
29.10.2020
Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hat Firmen wegen der neuen Corona-Einschränkungen «massive, in dieser Größenordnung bisher unbekannte Unterstützungsleistungen» versprochen. Die Tatsache, dass die teilweise Schließung von Gastronomie, Hotels und vielen anderen Wirtschaftsbereichen auf wenige Wochen begrenzt sei, ermögliche es dem Bund, diese Hilfen zu stemmen. In einem Monat sollten zehn Milliarden Euro investiert werden.

Es sei klar, dass viele Betriebe im November auf gute Geschäfte gehofft hätten - wenn auch nicht so gute wie zu Vor-Corona-Zeiten, sagte Scholz. Die neuen Maßnahmen träfen sie hart. «Wir helfen Ihnen, dass sie das auch durchstehen können», betonte Scholz.

Konkret sollen Solo-Selbstständige und Betriebe mit bis zu 50 Mitarbeitern ihre Umsatzausfälle im Umfang von 75 Prozent des Umsatzes aus dem November 2019 ersetzt bekommen. Bei größeren Unternehmen sei es etwas weniger, sagte Scholz. Die Hilfen sollten unmittelbar und unbürokratisch fließen. Scholz warb erneut um Unterstützung in der Bevölkerung. «Die Lage ist ernst - auch wenn sie sich noch nicht für jeden so anfühlt», betonte er.

(dpa)

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