Letztes Update:
20201117163103

"Spiegel" berichtet über Situation in Luxemburg

10:38
23.07.2020
Rudi Balling, Direktor des Centre for Systems Biomedicine an der Universität Luxemburg, spricht in einem Interview mit dem deutschen Magazin "Spiegel" über die Teststrategie der luxemburgischen Regierung.

Auf die Frage, was das flächendeckende Testen von Personen ohne Symptome bringe, antwortet Balling:

"Wir haben massiv unterschätzt, in welchem Ausmaß Infizierte ohne Beschwerden das Virus weitergeben. Diese Personen findet man nur durch engmaschiges Testen der gesamten Bevölkerung und muss dann versuchen, möglichst viele Kontakte zu identifizieren und die Infektionsketten zu unterbrechen. "

Es sei wichtig, Ausbrüche zu einem frühen Zeitpunkt einzudämmen. Ein Negativbeispiel seien die USA, wo dies nicht gelungen sei. "Der Zeitpunkt, den Ausbruch unter Kontrolle zu bringen, wurde verpasst, jetzt breitet sich das Virus wieder exponentiell aus. Da kommt niemand mehr hinterher."

Trotz der aktuell schwierigen Phase habe Luxemburg die Lage unter Kontrolle und sei in vielen Bereichen Vorbild im Umgang mit der Pandemie.

Link zum Interview

Jörg Tschürtz

Australien rechnet mit höchstem Budgetdefizit seit Zweitem Weltkrieg

07:02
23.07.2020
Australien rechnet wegen der wirtschaftlichen Einbrüche im Zuge der Corona-Krise mit dem höchsten Haushaltsdefizit seit dem Zweiten Weltkrieg. Für den Zeitraum 2019-20 kündigte das Finanzministerium am Donnerstag einen Fehlbetrag von 85,8 Milliarden australischen Dollar (53 Milliarden Euro) an, für 2020-21 steigt dieser den Prognosen zufolge auf 184,5 Milliarden australische Dollar (114 Milliarden Euro).

„Australien erlebt eine Gesundheits- und Wirtschaftskrise, wie wir sie in 100 Jahren nicht erlebt haben“, sagte Schatzmeister Josh Frydenberg vor Journalisten. „Die Regierung hat schnell und entschlossen gehandelt, um Arbeitnehmern, Haushalten und Unternehmen wirtschaftliche Unterstützung in Höhe von rund 289 Milliarden australischer Dollar oder umgerechnet 14,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu gewähren“, sagte er.

Das reale BIP werde voraussichtlich im Quartal von April bis Juni um sieben Prozent und im Kalenderjahr 2020 um 3,75 Prozent sinken. „Diese harten Zahlen spiegeln die harte Realität wider, mit der wir konfrontiert sind. Die wirtschaftlichen und fiskalischen Aussichten bleiben höchst ungewiss“, sagte Frydenberg.

dpa