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Ein Jahr vor Olympia: Erstmals über 300 Neuinfektionen in Tokio

07:01
23.07.2020
Japans Hauptstadt Tokio hat erstmals mehr als 300 Corona-Neuinfektionen verzeichnet. 366 neue Infektionsfälle binnen 24 Stunden seien bestätigt worden, wie der japanische Fernsehsender NHK am Donnerstag unter Berufung auf Tokios Gouverneurin Yuriko Koike berichtete. Am selben Tag startete die japanische Hauptstadt erneut den Countdown für die Olympischen Spiele in 365 Tagen, die wegen der Pandemie um ein Jahr verlegt worden waren. Die Zahl der Infizierten in Tokio war seit der Aufhebung des landesweiten Notstandes am 25. Mai wieder gestiegen. Seit 15 Tagen liegt sie über der Marke von 100.

Japan hatte den Notstand aufgehoben, da die Krise so gut wie unter Kontrolle gebracht worden sei, hieß es damals. Die wieder steigende Zahl der Neuinfektionen schürt die Sorge vor einer zweiten Infektionswelle. Ungeachtet dessen startete die Zentralregierung am Mittwoch eine Förderkampagne zur Ankurbelung der schwer getroffenen Tourismusindustrie, von der Tokio allerdings ausgenommen wurde. Die Regierung will, dass die Bevölkerung wieder im eigenen Land reist und dabei Geld ausgibt, damit die Wirtschaft wieder angekurbelt wird.

dpa

Coronabedingte Trinkwasserknappheit?

05:55
23.07.2020
Wegen der Pandemie könnte es sein, dass viele Einwohner nicht verreisen und die Trinkwasserversorgung damit an ihre Grenzen stößt. „In der Tat sinkt der nationale Trinkwasserverbrauch üblicherweise mit dem Anbrechen der Sommerferien und vor allem mit dem nächste Woche anstehenden Kollektivurlaub“, erklärt Jean-Paul Lickes, der Direktor des Wasserwirtschaftsamts. Tausende von Menschen verlassen dann im Regelfall praktisch gleichzeitig das Land.

Auch den aktuellen, coronabedingten Trend, sich mit einem eigenen Schwimmbecken die Zeit zu vertreiben, sieht Lickes mit Besorgnis. „Das sind jeweils ein bis anderthalb Kubikmeter Trinkwasser, die da verbraucht werden, also 1000 bis 1500 Liter. Wenn da sehr, sehr viele Menschen die gleiche Idee haben, und davon ist auszugehen, könnten wir im Sommer ein Trinkwasserproblem bekommen“, so Lickes.

Rom plant weitere 25 Milliarden Euro Schulden

11:03
23.07.2020
Italiens Regierung plant zur Finanzierung der Corona-Folgen weitere Schulden in Höhe von 25 Milliarden Euro für das Jahr 2020. Damit werde das Haushaltsdefizit im laufenden Jahr auf 11,9 Prozent steigen, teilte das Kabinett von Ministerpräsident Giuseppe Conte in der Nacht zu Donnerstag mit. Einen entsprechenden Beschluss wolle die Regierung dem Parlament zur Abstimmung vorlegen. Rom hatte zuletzt im April 55 Milliarden Euro an neuen Schulden beschlossen. Das hatte das Haushaltsdefizit 2020 schon damals auf die seit Jahrzehnten nicht da gewesene Höhe von 10,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) klettern lassen.

Die neue staatliche Gesamtverschuldung würde nun auf 157,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für 2020 steigen. Bisher waren 155,7 Prozent geplant. Auch für die kommenden Jahre peilt die Regierung, die von den Sozialdemokraten (PD) und der Fünf-Sterne-Bewegung dominiert wird, mehr Schulden als bisher an: Vorgesehen seien unter anderem 6,1 Milliarden für 2021, 1 Milliarde für 2022 und 6,2 Milliarden für 2023.

Im Vorjahr hatte das Haushaltsdefizit noch bei 1,6 Prozent des BIP gelegen. Das war der niedrigste Wert seit vielen Jahren. Doch Italien steckt wegen der Folgen der Corona-Krise in akuter Finanznot. Das Land zählt mehr als 35.000 Tote in Folge der Pandemie. Erst in dieser Woche hatte die Europäische Union in Brüssel einen gemeinsamen Wiederaufbauplan für die Union beschlossen. Daraus könnte Italien rund 200 Milliarden Euro erhalten. Diese Gelder dürften allerdings erst ab dem kommenden Jahr wirklich fließen.

dpa