Frankreich prüft, ob die Quarantänezeit für Corona-Infizierte und deren Kontaktpersonen verkürzt werden kann. Derzeit stehe im Raum, die Quarantäne-Vorgaben von 14 auf sieben Tage zu reduzieren, sagte der französische Gesundheitsminister Olivier Véran am Dienstag dem Radiosender France Inter.
Der Wissenschaftsrat, der die französische Regierung berät, habe sich dafür ausgesprochen, erklärte Véran. Eine Entscheidung darüber solle aber erst am Freitag bei einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrates getroffen werden. So bleibe Zeit, noch weitere Meinungen von Experten dazu einzuholen.
Die Gründe für eine Verkürzung der Quarantäne-Zeit seien nicht wirtschaftlich, betonte Véran. „Man ist vor allem in den ersten fünf Tagen ansteckend, nachdem entweder Symptome aufgetreten sind oder nach einem positivem Test“, sagte der Minister. Nach einer Woche sei das Ansteckungsrisiko nur noch sehr gering. Mit der Reduzierung soll die Selbstisolation in der Bevölkerung besser akzeptiert werden, erklärte Véran. Die Realität habe gezeigt, dass sich viele Französinnen und Franzosen nicht an die 14-Tage-Quarantäne hielten.
Frankreich ist von der Corona-Pandemie schwer getroffen worden. Bisher wurden mehr als 30.700 Tote registriert. Die Zahl der Neuinfektionen war zuletzt wieder gestiegen. Der Großraum Île-de-France mit der Hauptstadt Paris und die Region Côte d’Azur gelten als Risikogebiete. Auch in anderen Landesteilen zirkuliert das Virus nach Behördeneinschätzungen aktiv.
Neben Frankreich gibt es auch in Deutschland und anderen Ländern Diskussionen darüber, ob die Quarantänezeit heruntergeschraubt werden sollte. So hatte sich etwa der bekannte Virologe Christian Drosten zuletzt für ein verkürztes Zuhausebleiben ausgesprochen. Bei einer Umfrage auf wort.lu am vergangenen Wochenende stimmten 41 Prozent der Teilnehmer dafür, die Quarantäne auch in Luxemburg zu verkürzen. 39 Prozent waren dagegen, während 18 Prozent in dieser Frage unentschlossen waren.