Am Donnerstagmorgen beantworteten der Direktor der Santé, Jean-Claude Schmit, und Luc Feller, Leiter des Haut Commissariat de la Protection Nationale (HCPN), auf den Radiowellen von RTL Fragen zu der Impfkampagne in Luxemburg. Viele der Fragen aus der Bevölkerung betrafen die Impfung mit AstraZeneca - am Mittwoch wurde bekannt, dass in Luxemburg kürzlich eine 74-jährige Frau rund zwei Wochen nach ihrer Impfung mit dem Stoff gestorben ist. Ob eine Verbindung zwischen dem Todesfall und der Impfung bestehen könnte, wird derzeit noch untersucht.
Feller erklärte, dass Luxemburg derzeit nicht in der Lage sei, den Impfkandidaten die Wahl zwischen verschiedenen Impfstoffen zu überlassen. Dies hänge vor allem mit den verfügbaren Lieferungen zusammen. Vor Ort werde entschieden, welcher Impfstoff verabreicht wird. Sollte man den Stoff von AstraZeneca zurückweisen, kann man sich auf eine Impf-Warteliste einschreiben - es könnte aber sein, dass einem auch bei dem zweiten Termin nur AstraZeneca angeboten wird. Blutverdünner würden das Thromboserisiko bei AstraZenca nicht verringern - tatsächlich erhöhe sich dadurch das Risiko für Komplikationen eher. Sollten Nebenwirkungen auftreten, dann meist in den zwei bis drei Wochen nach der Impfung.
In Deutschland können Hausärzte bereits impfen - das soll auch in Luxemburg kommen. Aktuell gibt es aber vor allem logistische Gründe, die gegen eine Impfung bei den Hausärzten sprechen. Biontech-Pfizer sei momentan der Hauptimpfstoff in Luxemburg. Dieser müsse bei -75 Grad gelagert werden und müsse nach dem Enttauen schnell verbraucht werden. Johnson & Johnson sei leichter zu verarbeiten, da nur eine Dosis nötig ist und er nicht so küjl gelagert werden muss - hier sind die Lieferungen an die EU nach vereinzelten Komplikationen jedoch zunächst gestoppt worden.
Wer geimpft ist, ist jedoch nicht automatisch vor einer Neuinfektion oder einer Übertragung an andere geschützt. Erst kürzlich habe es eine erneute Infektionskette unter Geimpften in einem Altersheim gegeben. Die meisten hätten lediglich leichte Symptome gezeigt, einige hätten aber auch schwere Verläufe gehabt. Der verminderte Schutz liege vor allem an den schwächeren Immunsystemen von älteren Leuten.
Kinder werden derzeit noch nicht geimpft. Dies könne sich aber im Laufe des Jahres ändern. Bis zum Sommer sollten genügend Informationen zu Impfungen bei Kindern vorliegen, um eine Entscheidung zu treffen, erklärte Schmit.