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20210409055603

Psychologe: Unterschiedliche Corona-Regeln nicht problematisch

04:40
09.04.2021
Regional unterschiedliche Corona-Verhaltensregeln sind nach Ansicht des Sozialpsychologen Christopher Cohrs nicht grundsätzlich problematisch. „Die Menschen verstehen sehr wohl, dass die Einschränkungen nicht einheitlich sind oder sein müssen“, sagte der Professor der Marburger Philipps-Universität der Deutschen Presse-Agentur. „Es gibt kein Grundbedürfnis nach Gleichheit in der Behandlung - wohl aber eins nach Gerechtigkeit“, sagte Cohrs.

Empörung oder Ärger etwa über geöffnete Gastronomie, Geschäfte oder Fitnessstudios in der Nachbarstadt entstehe erst, sobald ungleiche Beschränkungen als ungerecht angesehen würden. Dies hänge maßgeblich davon ab, „wie die Einschränkungen beschlossen worden sind und wie konsistent, unvoreingenommen, transparent und nachvollziehbar sie erklärt werden“, sagte der Psychologe. Eine Rolle spielt dabei auch die eigene Perspektive: Denn Menschen reagierten auf Ungerechtigkeiten besonders sensibel, „wenn diese einen selbst oder die eigene Gruppe oder die eigene Region betreffen“.

Regionale Unterschiede bei den Corona-Regeln gibt es in Hessen beispielsweise durch unterschiedliche Inzidenzzahlen. Aber auch nach Bundesland variierende Beschränkungen können in Grenzgebieten zu sehr unterschiedlichen Regelungen auf engem Raum führen - beispielsweise bei den Nachbarstädten Mainz in Rheinland-Pfalz und Wiesbaden in Hessen.

Sarah Cames

Mexikos Präsident will sich AstraZeneca-Impfstoff spritzen lassen

19:57
08.04.2021
Angesichts der Diskussionen um das Coronavirus-Vakzin von AstraZeneca will sich Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador mit dem Präparat impfen lassen. Es sei erwiesen, dass die Risiken des Impfstoffs des britisch-schwedischen Pharmakonzerns und der Universität Oxford gering seien, sagte der 67-Jährige am Donnerstag in seiner täglichen Pressekonferenz. Das Mittel stehe ihm zu, da es in seiner Wohngegend eingesetzt werde.

Wegen einer Reihe von Verdachtsfällen auf eine Hirnvenen-Thrombose nach der Impfung haben mehrere Länder den Einsatz des AstraZeneca-Impfstoffs eingeschränkt. In Deutschland haben Bund und Länder beschlossen, das Mittel in der Regel nur noch Menschen über 60 verabreichen zu lassen. Die EU-Arzneimittelbehörde gab am Mittwoch allerdings uneingeschränkt grünes Licht für dessen Anwendung.

Das nordamerikanische Land - mit rund 126 Millionen Einwohnern auf Platz zehn weltweit - hat absolut die drittmeisten registrierten Corona-Toten nach den USA und Brasilien. Offiziell wurden dort bisher rund 206.000 Todesfälle bestätigt. Da in Mexiko äußerst wenig auf das Coronavirus getestet wird, ist die wahre Zahl allerdings nach Regierungsangaben um mehr als 120 000 Tote höher.

Jeff Wiltzius