Migrantinnen und Migranten sind nach Angaben des Roten Kreuzes von der Corona-Pandemie besonders betroffen. Abgesehen davon, dass viele durch Geschäfts- und Restaurantschließungen ihre Arbeit verloren haben, bleiben sie oft auch bei Tests und Impfungen auf der Strecke, wie die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) am Dienstag in Genf berichtete. Die Föderation spricht von einer „unsichtbaren Wand“. Migranten blieben oft ausgeschlossen, selbst, wenn sie per Gesetz theoretisch in die Pandemiemaßnahmen einbezogen wurden.
Dort, wo man sich online zu Tests oder Impfungen anmelden müsse, seien mangelnde Sprachkenntnisse oder kein Zugang zu Computern eine Hürde, hieß es weiter. Sie könnten in manchen Ländern auch weder Tests bekommen noch würden sie im Krankheitsfall behandelt oder könnten sich impfen lassen, weil sie keine Identitätskarte oder Sozialversicherungsnummer hätten, schreibt die Föderation. Aus Furcht vor Festnahme und Deportation schreckten auch kranke Migranten davor zurück, zum Arzt zu gehen oder sich zum Impfen anzumelden.