Am Samstagmittag waren Charel Schmit, Ombudsman für Kinder und Jugendliche, Patrick Remakel, Präsident der Lehrergewerkschaft SNE, und Jugendpsychiater Christopher Goepel zu Gast in der RTL-Sendung "Background". Sie warfen in dem einstündige Gespräch einen Blick auf das vergangene Jahr und
zogen Bilanz über die Einflüsse, die die Krise auf die Kinder und Jugendlichen im Großherzogtum hatte.Die Ungleichheit sei mit der Krise gewachsen und der Unterricht habe nicht in seinem normalen Tempo stattfinden können, erklärte SNE-Präsident Remakel.
Sollte es in Zukunft erneut zu Verschärfungen der Corona-Maßnahmen kommen, dürfe "keine Lösung tabu sein", so Remakel auf die Frage nach einer Kürzung des Schulprogramms.
Remakel stellte außerdem fest, dass für die Situation der jüngeren Generationen immer noch zu wenig Verständnis aufgezeigt werde. Über die Nachteile des Fernunterrichts werde viel diskutiert, doch stelle dies nur einen Teilaspekt des Problems dar.
Der soziale Impakt, der durch den Wegfall wichtiger Bezugspersonen entstanden ist, sei mindestens genauso schwerwiegend. Remakel sprach sich aus diesem Grund für eine
multidisziplinäre Taskforce aus Schulpsychologen und Sozialarbeitern an Luxemburgs Schulen aus. "Nur wenn es einem Kind gut geht, ist es auch bereit zu lernen", so Remakel.
Ombudsman Schmit teilte Remakels Einschätzung: "Es ist wichtig, dass niemand auf der Strecke bleibt." Zwar hätten sich viele Lehrer bemüht, den Kontakt zu ihren Schülern auch im Fernunterricht zu halten, allerdings seien
analoge Erfahrungen extrem wichtig, um eine "Generation Stubenhocker" zu verhindern.Goepel ergänzte: "Der unmittelbare Kontakt und Feedbackmöglichkeiten gehen im Homeschooling verloren." Die reduzierten sozialen Kontakte seien
in vielen Fällen durch erhöhten Medienkonsum kompensiert worden. Der Jugendpsychiater warnte vor
steigender Passivität und der Entstehung digitaler Parallelwelten. Seit dem Ende des ersten Lockdowns im Frühling 2020 seien in der Kinderpsychiatrie alle Betten belegt -
unter Jugendlichen sei vor allem ein Anstieg von Essstörungen beobachtet worden.Mehr zum Thema lesen Sie hier:
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Sarah Cames