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Asselborn: "Testpflicht an deutscher Grenze inakzeptabel"

10:35
29.07.2020
Außenminister Jean Asselborn sagte am Mittwoch Radio RTL, die in Deutschland diskutierte Testpflicht bei der Einreise sei "inakzeptabel".

Asselborn hatte am Mittwochmorgen den deutschen Botschafter einbestellt, um diesem die Position der luxemburgischen Regierung mitzuteilen.

"Eine Testpflicht an der Grenze würde massive Probleme an den Grenzen verursachen. Luxemburg ist ein Land und kein Schlachthof. Eine Entscheidung über Beschränkungen an der Grenze ist eine politische Entscheidung. Wir fordern Respekt von Deutschland," so Asselborn.

Luxemburg sei im europäischen und im weltweiten Vergleich Spitzenreiter mit einer Testrate von über 12.000 Tests pro 100.000 Einwohner über einen Zeitraum von 7 Tagen. Luxemburg setze also auf eine gründliche und systematische Strategie, möglichst viele Fälle zu erfassen, Infektionsketten dank analogem Contact tracing nachzuverfolgen und zu durchbrechen.

Jean Asselborn verlieh der Hoffnung Ausdruck, dass die deutsche Bundesregierung die Besonderheiten der Situation in Luxemburg bei ihrer Einschätzung berücksichtigen werde.

Studie: Einzelner Infizierter Auslöser von Corona-Ausbruch auf Schiff

10:05
29.07.2020
Die rund 700 Corona-Ansteckungen auf dem in Japan zeitweise unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“ sind vermutlich auf einen einzelnen Infizierten zurückzuführen. Das berichten japanische Forscher im Fachjournal „Proceedings of the National Academy of Sciences“ („PNAS“). Sie hatten bei rund 70 Infizierten das Viren-Erbgut entschlüsselt und bei allen Proben ein sehr spezifisches DNA-Merkmal gefunden. Daraus schließen die Forscher, dass diese Infektionen auf einen einzelnen Fall vor Beginn der Quarantäne zurückzuführen sind.

Die japanische Regierung hatte das Kreuzfahrtschiff zwei Wochen bis zum 19. Februar im Hafen der Tokioter Nachbarstadt Yokohama unter Quarantäne gestellt. Anlass dafür hatte ein 80-Jähriger aus Hongkong gegeben, der positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Der Senior war am 20. Januar in Yokohama zugestiegen und fünf Tage später in Hongkong von Bord des Kreuzfahrtschiffes gegangen. Einige Infektions-Cluster könnten auf Ansteckungen in großen Menschenansammlungen in den Freizeitbereichen zurückgeführt werden, hieß es in der Studie. Hinzu komme eine direkte Übertragung unter Passagieren, die sich während der Quarantäne Kabinen teilten.

dpa