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Land bildet Aerosol-Expertengruppe

08:31
24.09.2020
Ein Expertenkreis aus Baden-Württemberg soll neue Erkenntnisse über Aerosole gewinnen und damit das Risiko einer zweiten Corona-Welle eindämmen. Wissenschaftsministerium und Sozialministerium sollen einen multidisziplinären Expertenkreis einberufen, wie das Staatsministerium am Donnerstag nach einer Sitzung des Corona-Lenkungskreises der Landesregierung mitteilte.

Aerosole sind flüssige Partikel, die stundenlang in einem Raum schweben können und bei Einatmung tief in die Lunge vordringen. Sie gelten als ein Haupttreiber der Corona-Pandemie. Wenn sich im Herbst und Winter das private und öffentliche Leben vermehrt in geschlossene Räume verlagert, sei es von erheblicher Bedeutung, die Ausbreitung der Aerosole einzudämmen, hieß es vonseiten des Staatsministeriums. Die Raum- und Luftverhältnisse beeinflussten das Infektionsrisiko entscheidend.

Die Teststellen für Reiserückkehrer an den Autobahnrastplätzen Kemmental/Ost, Neuenburg/Ost sowie am Hauptbahnhof Stuttgart und am Flughafen Friedrichshafen sollen zudem planmäßig zum 1. Oktober eingestellt werden. Die Teststellen am Flughafen Stuttgart und am Baden Airpark bleiben dagegen bis mindestens Ende Oktober bestehen - beziehungsweise bis der Bund eine einheitliche Regelung für Reiserückkehrer gefunden habe.

Des Weiteren berichtete die Lenkungsgruppe über geplante Schwerpunktkontrollen mit Blick auf die Quarantänepflicht. Die Ortspolizeibehörden würden flächendeckend - durch telefonische Abfragen oder Vor-Ort-Kontrollen - intensiv prüfen, ob die gegen die Quarantäneanordnung eingehalten werde, hieß es. Verstöße zögen ein Bußgeld nach sich und könnten zu einer Strafanzeige führen.

Über Beschlüsse zur Öffnung der Weihnachtsmärkte wurde nicht berichtet. Dem Vernehmen nach sind sich Grüne und CDU noch uneins bei dem Thema.

(dpa/lsw)

Röttgen schließt zweiten Lockdown nicht aus

07:58
24.09.2020
Der Bewerber um den CDU-Vorsitz, Norbert Röttgen, will nicht ausschließen, dass wegen der steigenden Corona-Zahlen wie im Frühjahr weite Teile des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens heruntergefahren werden müssen. Röttgen sagte am Donnerstag in der RTL-Sendung «Guten Morgen Deutschland» zu einem möglichen zweiten Lockdown: «Man kann nichts ausschließen, wenn es darum geht, diese Pandemie wieder unter Kontrolle bringen zu müssen.» Der CDU-Politiker erklärte, den ersten Lockdown habe man ja nicht «aus Jux und Dollerei gemacht». Er fügte hinzu: «Es war ein letztes Mittel, um das Virus unter Kontrolle zu bekommen. Jetzt zu sagen «Das geht nicht mehr» - das kann man nicht so einfach sagen.»

Zuvor hatte der SPD-Gesundheitspolitiker und Epidemiologe Karl Lauterbach erklärt, er gehe nicht von einem zweiten Lockdown aus. «Die Wahrscheinlichkeit, noch einmal so einen Lockdown wie vor ein paar Monaten zu erleben, halte ich für gleich null», sagte er dem Nachrichtenportal watson.de (Donnerstag). Die Bevölkerung werde größtenteils freiwillig tun, was notwendig sei, um einen weiteren Lockdown zu vermeiden. «Da bin ich absolut sicher.»

Die Zahl der neuen Corona-Infektionen in Deutschland liegt erneut über der Schwelle von 2000. Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 2143 neue Corona-Infektionen gemeldet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen bekanntgab. Am Samstag war mit 2297 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. Allerdings hatte damals die Zahl der Tests noch deutlich niedriger gelegen.

(dpa)

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