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Lehrer und Erzieher können sich länger auf Corona testen lassen

10:18
24.09.2020
Lehrer und Erzieher können sich länger als zunächst geplant zwei Mal kostenfrei und freiwillig auf das Coronavirus testen lassen. Das Zeitfenster, in dem dies für das gesamte Personal an Schulen, Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege gelte, werde bis zum 1. November verlängert, teilte das Kultusministerium am Donnerstag in Stuttgart mit. Die Tests seien wie bisher auch ohne Symptome möglich, das Land übernehme bis zum Ende der Herbstferien die Kosten. «Damit können sie auch noch die ersten kühleren Tage abwarten, bevor sie sich testen lassen und ihre Tests gezielt wahrnehmen», sagte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU).

Ursprünglich galt dieses Angebot, das sich auch an Hausmeister, Schulsekretärin sowie alle weiteren Beschäftigten richtet, seit Mitte August und noch bis Ende September. Nach dem 1. November soll laut Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) ermittelt werden, wie viele Menschen von der Testmöglichkeit Gebrauch gemacht haben. «Diese Informationen und die weitere Beobachtung des Infektionsgeschehens im Umfeld von Schulen und Kitas werden uns Aufschlüsse für die weitere Teststrategie des Landes Baden-Württemberg geben», erklärte Lucha.

Von Oktober an sollen zusätzlich sogenannte Sentineltests starten, in je zwei Kitas und Schulen pro Regierungspräsidium. Das diene dazu, das Infektionsgeschehen zu beobachten und frühzeitig Hinweise auf bestimmte Entwicklungen zu bekommen. Sentinelerhebungen beruhen auf freiwilliger Mitarbeit, Daten werden als Nebenprodukt der gesundheitlichen Vorsorge oder Versorgung erfasst.

«Wir sind immer noch dabei, das Coronavirus zu verstehen und mehr Informationen über dessen Verbreitung zu gewinnen. Hier hilft uns das Sentinelverfahren und wird uns zusätzliche Informationen bringen, die wir dann nutzen können, um unsere Strategien im Umgang mit dem Coronavirus weiter zu verbessern», sagte Lucha.

(dpa/lsw)

Berthold kritisiert erneut Corona-Schutzmaßnahmen

09:10
24.09.2020
Der frühere Fußball-Weltmeister Thomas Berthold hat sich erneut für eine Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen in Deutschland ausgesprochen. Es gehe ihm «um die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen», sagte der 55-Jährige dem SWR (Donnerstag). «Wir schauen, wie das Kaninchen auf die Schlange, immer nur auf die Fallzahlen, aber viel zu wenig auf die ökonomischen und soziologischen Konsequenzen dieser Politik. Die wahre Zahl der Insolvenzen werden wir erst 2021 sehen, Kinder müssen in der Schule Masken tragen, alte Menschen vereinsamen in Pflegeheimen, weil sie keinen Besuch mehr bekommen.» Es sei «dramatisch, was hier stattfindet», sagte der ehemalige Bundesliga-Profi.

Er sage «nicht, dass es das Virus nicht gibt oder dass es völlig ungefährlich ist», erklärte Berthold, der in den vergangenen Wochen mehrfach öffentlich als Skeptiker der Corona-Maßnahmen aufgetreten war. «Wer sich schützen möchte, sollte sich in Eigenverantwortung impfen lassen und eine Maske tragen. Ich persönlich möchte jedoch ohne Maske und Impfung leben.» Er glaube, «dass die Geduld der Menschen zu Ende geht. Sie wollen irgendwann nicht mehr unter einem Hygiene-Diktat leben. Für mich ist es nur eine Frage der Zeit, bis das alles kippt. Aber dann kippt es in die richtige Richtung».

Den Start der Fußball-Bundesliga am vergangenen Wochenende, bei dem zumindest in manchen Stadien wieder mehrere tausend Zuschauer dabei waren, habe er sich nicht angesehen, sagte Berthold. «Seitdem wir weltweit sogenannte Geisterspiele sehen, die im Fernsehen übertragen werden, ist bei mir die Luft raus.» Aktuell interessiere ihn der Fußball nicht. Er wünsche sich, «dass wir unser altes Leben zurückbekommen. Dass wir unsere sozialen Kontakte wieder pflegen können. Dass wir uns wieder bei Konzerten oder im Stadion treffen und gemeinsam feiern können.» 

(dpa/lsw)

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