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20201019123113

Urteil zu Covid-Storno: Volle Erstattung auch ohne Reisewarnung

08:57
17.08.2020
Bei einer vom Kunden wegen der Corona-Gefahr stornierten Reise muss der Veranstalter unter Umständen auch ohne vorliegende Reisewarnung den Preis voll erstatten. Das hat das Amtsgericht Frankfurt in einem am Montag veröffentlichten Urteil (32 C 2136/20) entschieden. Der Kläger hatte am 7. März dieses Jahres von sich aus eine für Mitte April geplante Reise in den Golf von Neapel storniert. Der Veranstalter hatte auf einem Teil des Reisepreises als Stornierungsgebühr bestanden, weil zu diesem Zeitpunkt noch keine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes vorgelegen habe.

Das Gericht stellte aber geringere Ansprüche an einen Rücktritt vom Reisevertrag aus unvermeidbaren und außergewöhnlichen Umständen, bei denen der Veranstalter voll erstatten muss. Grundsätzlich seien hier keine allzu strengen Anforderungen zu stellen, führte das Gericht aus. Reisewarnungen für das Reisegebiet seien nicht zwingend erforderlich und es genüge bereits eine gewisse Wahrscheinlichkeit für eine gesundheitsgefährdende Ausbreitung des Virus. Dies sei zum Zeitpunkt der Reisestornierung bereits für ganz Italien der Fall gewesen. Das Urteil ist rechtskräftig.

(dpa

Industrie beschäftigt in Corona-Krise weniger Menschen

07:54
17.08.2020
Die Beschäftigung in der deutschen Industrie ist in der Corona-Krise erneut gesunken. Ende Juni waren gut 5,5 Millionen Menschen im Verarbeitenden Gewerbe tätig und damit 2,4 Prozent oder 133.000 weniger als im Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. Schon im Mai hatte es einen Rückgang um 2,1 Prozent gegeben, betonte die Wiesbadener Behörde, die Industriebetriebe mit mindestens 50 Beschäftigten erfasst.

Rückgänge gab es in fast allen Branchen, insbesondere im Auto- und Maschinenbau, der Metallbranche sowie der Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren. Einzig in der Chemiebranche wuchs die Beschäftigung.

Die Statistiker sprachen von «leichten Effekten» der Corona-Krise. Nach jahrelangem Beschäftigtenaufbau in der Industrie habe sich der Trend mit der Pandemie ins Negative gedreht.

Kurzarbeiter zählten jedoch als Beschäftigte, sodass sie sich nicht in der Statistik auswirkten, betonte die Behörde. Hingegen machte sich die massenhafte Kurzarbeit in Deutschland bei den geleisteten Arbeitsstunden bemerkbar, die im Juni um 3,5 Prozent fielen. Die Entgelte für Industriebeschäftigte sanken zudem um gut 8 Prozent im Jahresvergleich nach noch höheren Rückgängen im Frühjahr.

(dpa)

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