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Reisewarnung für Spanien belastet Europas Tourismusbranche

09:22
17.08.2020
Steigende Corona-Neuinfektionen und die deutsche Reisewarnung für fast ganz Spanien haben am Montag an den Börsen die Aktien der Reise- und Tourismusanbieter belastet. Am deutschen Markt traf es erneut die Papiere der Lufthansa, die im Dax um 1,7 Prozent nachgaben. Auch die Aktien des Flughafenbetreibers Fraport verloren im MDax der mittelgroßen Werte 1,5 Prozent. Der europäische Reise- und Freizeitsektor war mit minus 0,6 Prozent der schwächste aller 19 Sektoren.

Nachdem das Auswärtige Amt wegen hoher Corona-Zahlen fast ganz Spanien einschließlich Mallorcas - mit Ausnahme der Kanaren - zum Risikogebiet erklärt hat, sagte der Reisekonzern Tui alle Pauschalreisen dorthin ab. Den Kunden werden Umbuchungen angeboten. Die an der Londoner Börse notierten Aktien von Tui büßten daraufhin 3,3 Prozent ein.

Die Experten von der Commerzbank wiesen darauf hin, dass die von der Warnung betroffenen Reiseziele «im Normalfall» mehr als ein Fünftel aller Reiseziele im Portfolio von Tui beträfen. Gegenwärtig seien es weniger, nicht zuletzt wegen einer 14-tägigen Quarantäne, die in Großbritannien erlassen wurde. Bei Tui seien die vergangenen Wochen enttäuschend verlaufen, so die Analysten. Dank der staatlichen Unterstützungen für das Unternehmen werde dieses es aber wohl über den Winter schaffen.

Die Lufthansa hingegen will trotz der Reisewarnung an ihren Planungen für das Land festhalten. «Lufthansa und Eurowings fliegen auch weiterhin nach Spanien - inklusive Mallorca. Pro Woche sind es allein 180 Flüge aus Deutschland nach Palma», zitierte die «Bild»-Zeitung am Sonntag einen Sprecher des Konzerns.

Auch die Aktien der vom Tourismus stark abhängigen Billigflieger Ryanair und Easyjet mussten zum Wochenbeginn Federn lassen: Die Papiere fielen an der Londoner Börse jeweils um 1,4 Prozent.

(dpa)

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