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Höhere Corona-Zahlen: Bundesregierung ruft zu weiterer Vorsicht auf

12:02
10.08.2020
Die Bundesregierung hat angesichts zuletzt wieder gestiegener Corona-Infektionszahlen zu weiterer Vorsicht aufgerufen. Es bleibe zentral, dass alle weiterhin die relativ einfachen und bisher besten Instrumente gegen die Pandemie nutzten, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin mit Blick auf Abstand, Hygiene und Mund-Nasen-Bedeckungen. «Jeder einzelne von uns trägt Verantwortung für sich selbst und für seine Mitmenschen.» Es gelte, wachsam zu bleiben, um Erreichtes bei der Corona-Eindämmung nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen.

Mit Blick auf den schrittweise wieder startenden Schulbetrieb sprach Seibert von einer «anspruchsvollen Aufgabe», das Recht auf Bildung mit einem hohen Gesundheitsschutz zu verbinden. Dies sei in jedem Bundesland umzusetzen, wobei neben den Rechten der Schüler auch die der Lehrer und Lehrerinnen zu bedenken seien. Der Regierungssprecher äußerte sich zurückhaltend zum Begriff einer «zweiten Welle» - dies könnten Virologen feststellen und nicht Politiker.

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Montag 436 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Ende vergangener Woche hatten die Zahlen erstmals seit Anfang Mai wieder über der Schwelle von 1000 Fällen gelegen. Die montags bekannt gegebenen Zahlen sind meist relativ niedrig, weil sonntags nicht alle Ämter ihre Werte übermitteln.

(dpa)

Schroeder nach «Querdenken»-Auftritt: «Pflicht eines Satirikers»

09:12
10.08.2020
Der für seinen provokativen Auftritt auf der «Querdenken»-Demo in Stuttgart oft gelobte Kabarettist Florian Schroeder sieht sich vor allem in einer politischen Verantwortung. «Es ist die Pflicht eines Satirikers in dieser Zeit, genau so eine Aktion zu nutzen, um damit ein Stück Aufklärung zu betreiben», sagte Schroeder in einem Interview mit SWR3 am Montagmorgen. Sein Auftritt vor mehreren Hundert Kritikern der Corona-Auflagen am vergangenen Samstag sei eine einmalige Kunstaktion gewesen.

Schroeder (40) war nach eigenen Angaben auf die Bühne der Auflagen-Kritiker gekommen, um «die Grenzen ihrer Meinungsfreiheit» auszutesten. Für seine ersten Äußerungen hatte er noch Applaus bekommen, wie ein Video zeigt, das Schroeder in seinem eigenen Youtube-Kanal verbreitete. Die Begeisterung des Publikums war allerdings schnell umgeschlagen, als sich Schroeder zunehmend deutlicher für das Tragen von Masken und das Einhalten von Abstand stark machte.

«Ich wollte testen, ob die Verfechter der Meinungsfreiheit auch mit Meinungsfreiheit umgehen können», sagte Schroeder am Montag im SWR-Radio. Er zeigte sich optimistisch, trotz der Buhrufe auch einige Demonstranten oder andere Auflagenkritiker erreicht zu haben. «Es gibt in unserer Gesellschaft ganz viele, die nicht so ganz wissen, ob da vielleicht nicht doch etwas dran ist an diesen Verschwörungstheorien», sagte Schroeder. Aus dieser «Gruppe von Menschen, die auf der Kippe sind», habe er vielleicht den einen oder anderen überzeugen können.

Die Teilnehmer der Kundgebung in Stuttgart forderten am Samstag ein Ende der vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen, mit denen die Gefahr einer Übertragung des Coronavirus reduziert werden soll. Die Veranstalter von «Querdenken 711» sprachen von 5000 Teilnehmern, die Polizei zählte mehrere Hundert.

(dpa)

Bertrandt wagt wegen Corona weiter keine Prognose

09:11
10.08.2020
Beim Entwicklungsdienstleister für die Auto- und die Luftfahrtbranche Bertrandt belastet die Corona-Krise wie erwartet Umsatz und Gewinn. Der Erlös sank in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres, das immer am 30. September endet, um neun Prozent auf 714 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Montag in Ehningen mitteilte. Beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug der Rückgang 58 Prozent auf 19,4 Millionen Euro. Das Ergebnis nach Steuern sank um knapp 70 Prozent auf rund 9,1 Millionen Euro.

Viele Industrien und Unternehmen seien gezwungen gewesen, die wirtschaftliche Aktivität spürbar zu reduzieren oder einzustellen, hieß es. Temporäre Projektverzögerungen und -unterbrechungen sowie vereinzelte Projektabbrüche hätten das Dienstleistungsgeschäft belastet.

Eine Prognose für das Gesamtjahr traut sich Bertrandt weiterhin nicht zu. «Eine hinreichende Bewertung der konkreten Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie ist zum jetzigen Zeitpunkt weiterhin nicht möglich», heißt es im Bericht zum dritten Quartal. «Unter den gegenwärtig dynamischen Umständen sieht der Vorstand davon ab, eine neue Prognose für das Geschäftsjahr 2019/2020 abzugeben.»

(dpa)

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