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Lehrerpräsident: Maskenpflicht auch im Klassenzimmer unabdingbar

07:17
10.08.2020
Passau/Berlin - Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hält eine Maskenpflicht in Klassenzimmern für unabdingbar, wenn der Unterricht in üblicher Weise vonstattengehen soll. «Wer vollen Unterrichtsbetrieb will, kommt an der Maskenpflicht nicht vorbei», sagte Meidinger der «Passauer Neuen Presse» (Montag).

Weder Lehrer noch Schüler seien Fans der Maskenpflicht. «Aber das ist wohl das Opfer, das wir zumindest vorübergehend bringen müssen, um eine zweite Infektionswelle zu verhindern», betonte Meidinger. Er bezeichnete es als «aberwitzig», dass in Supermärkten, Zügen, Bussen, Gaststätten und bei Veranstaltungen Masken und Abstandsregelungen vorgeschrieben seien und an Schulen auf beides verzichtet werde.

«Was derzeit in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern, also da, wo der Schulbetrieb gestartet ist, an Hygieneschutzmaßnahmen vor Ort umgesetzt wird, reicht mit Sicherheit nicht aus, um den Wegfall der Abstandsregel in Klassenzimmern zu kompensieren», sagte er der Zeitung. Nordrhein-Westfalen gehe mit seiner beschränkten Maskenpflicht auch im Klassenzimmer den richtigen Weg.

Das bayerische Kabinett diskutiert an Montag über eine mögliche Maskenpflicht auch in bayerischen Klassenzimmern. Ergebnisse der Debatte will Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittag auf einer Pressekonferenz vorstellen.

(dpa)

Weniger Firmenpleiten im Mai - Corona-Ausnahme wirksam

07:10
10.08.2020
Wiesbaden - Trotz der Corona-Krise sind auch im Mai weniger Firmen in die Pleite gerutscht als ein Jahr zuvor. 1504 Fälle meldeten die deutschen Amtsgerichte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Montag. Das waren 9,9 Prozent weniger als im gleichen Vorjahresmonat. Ein wichtiger Grund für den Rückgang ist, dass die Insolvenzantragspflicht für Unternehmen seit dem 1. März 2020 ausgesetzt ist.

Die wirtschaftliche Not durch die Corona-Krise spiegele sich somit bislang nicht wider, folgerten die Statistiker. Ökonomen rechnen im Gesamtjahr allerdings mit einem deutlichen Anstieg der Firmenpleiten. Wirtschaftsverbände fordern, die Insolvenzantragspflicht über Ende September hinaus auszusetzen.

Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es im Mai im Handel einschließlich Kfz-Werkstätten mit 247 Fällen. Unternehmen des Baugewerbes stellten 235 Insolvenzanträge. Im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen wurden 168 und im Gastgewerbe 164 Insolvenzanträge gemeldet.

Im Schnitt waren die Betriebe größer als vor einem Jahr, denn die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger lagen mit knapp 3,1 Milliarden Euro deutlich über der Summe des Vorjahresmonats von 2,5 Milliarden Euro.

Die Zahl der eröffneten Regelinsolvenzverfahren in Deutschland nahm im Juli wie auch schon in den vorangegangenen Monaten weiter ab. Auf der Grundlage vorläufiger Angaben sank sie im Juli um 29,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

(dpa)

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