Letztes Update:
20200430184122

Forscher: Alte Menschen nicht pauschal in Risikogruppe einordnen

03:37
15.04.2020
Der Direktor des Instituts für Gerontologie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Andreas Kruse, ist gegen die pauschale Einordnung von Alten in die Risikogruppe während der Corona-Pandemie. «Wir sollten alles dafür tun, um mit einem älteren Menschen das persönliche Risikoprofil zu ermitteln und in einem Gespräch zu klären, welche Formen des Schutzes die einzelne Person wählen sollte und wählen möchte», sagte der Altersforscher der Deutschen Presse-Agentur. Kruse befürchtete, dass sich die Alten bei einer längeren Isolation vergessen fühlen könnten. Dieses Gefühl begünstige das Auftreten etwa von Depressionen und Angstzuständen.

Das neuartige Coronavirus verbreitet sich durch Tröpfcheninfektion und kann die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen. Vor allem für ältere und vorerkrankte Menschen kann eine Infektion lebensgefährlich werden. Bei einer Lockerung der geltenden Ausgangsbeschränkungen könnten sie deshalb ausgenommen werden.

(dpa/lsw)

Hohes Interesse an Blutplasma-Spenden für Corona-Forschung

03:37
15.04.2020
Mehr als 300 an Covid-19 erkrankte oder bereits genesene Menschen haben sich bei einer Heidelberger Firma gemeldet, um Blutplasma für die Corona-Forschung zu spenden. «Das ist eine prima Resonanz», sagte der Biomex-Geschäftsführer, Oliver Bosnjak, der Deutschen Presse-Agentur. Das Unternehmen liefere Plasma für die diagnostische Industrie, die daraus Tests für die Feststellung der Immunität gegen das Virus entwickeln wolle. Das soll später einmal helfen, die Immunitätsrate in Deutschland zu ermitteln – ein mögliches Kriterium für das Ende der Corona-Beschränkungen, erläuterte Bosnjak.

Mehr als 60 Prozent der potenziellen Spender sind männlich. Die Interessenten kommen vorwiegend aus dem Großraum Heidelberg. Mehr als 50 Männer und Frauen spendeten bereits Blutplasma. Das ihnen entnommene Blut wird in einer Zentrifuge in Plasma einerseits und weiße und rote Blutkörperchen andererseits getrennt.

Bei der Genesung bilde der Organismus Antikörper aus, die die Industrie dringend brauche, führte Bosnjak weiter aus. In drei bis vier Wochen werde auf dieser Basis ein Test auf Immunität gegen das Virus zu Verfügung stehen, schätzte er. Laut Biomex gibt es überdies erste erfolgreiche Tests mit therapeutischem Plasma für die Behandlung von Covid-19-Patienten. Außerdem könnte das Blutplasma bei der Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen helfen und benutzt werden, um die Wirksamkeit von bereits eingesetzten Corona-Tests zu überprüfen.

(dpa/lsw)

Kapitel

Dienstag, 14. April

Deutsche Bank rechnet mit großer Nachfrage nach KfW-Schnellkredit

19:07
14.04.2020
Die Deutsche Bank rechnet mit einem Ansturm kleinerer und mittlerer Firmen auf den KfW-Schnellkredit in der Corona-Krise. «Wir rechnen ab morgen mit einer großen Nachfrage», sagte Stefan Bender, Leiter Unternehmensbank Deutschland der Deutschen Bank, am Dienstag. Firmen können den Kredit von diesem Mittwoch an über ihre Hausbank beantragen. «Der KfW-Schnellkredit ist ein wichtiges Signal der Bundesregierung, dass nun auch insbesondere kleinere und besonders betroffene Unternehmen, die durch Corona in Bedrängnis gekommen sind, schnell Liquidität erhalten», sagte Bender.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) betonte, der Mittelstand müsse mit aller Kraft unterstützt werden, «um als Wirtschaft insgesamt nach der Krise wieder durchstarten zu können. Der Mittelstand steht für 99,5 Prozent aller Unternehmen in Deutschland, für 60 Prozent aller Arbeitsplätze und 80 Prozent aller Ausbildungsplätze.»

Die Deutsche Kreditwirtschaft teilte mit, Banken und Sparkassen stünden bereit, den Mittelstand auch im Rahmen des neuen Programms mit allen Kräften zu unterstützen.

Die Förderbank KfW und damit der Staat übernimmt 100 Prozent des Ausfallrisikos dieser Kredite. Eine lange Prüfung soll es nicht geben, die Hausbanken sollen die Anträge schnell durchwinken. Im Gegenzug für den «Kredit-Turbo» sind die Kredite mit drei Prozent höher verzinst als beim bisherigen KfW-Programm. Nach aktuellem Stand soll die Auszahlung des Geldes vom 28. April an beginnen. Banken und Sparkassen können den Kredit mit Start des Programms aber vorfinanzieren.

Maximal gibt es für ein Unternehmen mit 11 bis 49 Mitarbeitern 500 000 Euro, für ein Unternehmen ab 50 Mitarbeitern 800 000 Euro. Die Firmen dürfen zum 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten gewesen sein und müssen «geordnete wirtschaftliche Verhältnisse» aufweisen - das heißt: keine Insolvenzanträge und nicht bei den Steuern geschummelt. Die Firma muss zudem im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre Gewinn gemacht haben.

In einer gemeinsamen Erklärung betonten das Wirtschafts- und das Bundesfinanzministerium sowie die KfW, es gebe über die Schnellkredite hinaus Verbesserungen beim bereits bestehenden KfW-Sonderprogramm. So werde die Laufzeit von bis zu fünf auf bis zu sechs Jahre verlängert und für Kredite bis 800 000 Euro bis zu zehn Jahre.

(dpa)

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