Deutschlands größter Fleischkonzern Tönnies hat grünes Licht vom Kartellamt für die Übernahme einer Firma mit Werkvertragsarbeitern bekommen. Die Wettbewerbshüter erlaubten Tönnies den Kauf der Lazar GmbH aus Crailsheim in Baden-Württemberg. Lazar beschäftige speziell für die Arbeit in Schlachtbetrieben ausgebildete Arbeitskräfte, sogenannte Zerleger, die überwiegend aus Südosteuropa stammten, teilte das Kartellamt mit. Auf die Übernahme einer zweiten Lazar-Firma muss Tönnies jedoch verzichten.
Mit dem Kauf reagiert Tönnies auf die schärferen Regeln für die Fleischindustrie, die nach den massiven Corona-Ausbrüchen bei Tönnies und in anderen Betrieben der Branche auf den Weg gebracht wurden. Ein Gesetzentwurf von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sieht vor, dass in größeren Betrieben ab 1. Januar 2021 im Kerngeschäft Schlachtung, Zerlegung und Fleischverarbeitung keine Werkvertragsarbeiter und ab 1. April 2021 auch keine Leiharbeiter mehr beschäftigt werden dürfen.