Letztes Update:
20210102013048

15:19
20.08.2020
Belgien verlängert seine strikten Kontaktbeschränkungen in der Corona-Krise um einen Monat. Noch bis Ende September gelte eine "soziale Blase" von fünf Personen, zu denen Belgier außerhalb des eigenen Haushalts engeren Kontakt haben dürften, sagt Premierministerin Sophie Wilmès. Alle müssten wachsam bleiben, betont die liberale Politikerin.
Zugleich lockert der Nationale Sicherheitsrat in Brüssel einige Einschränkungen. So soll das Einkaufen ab Montag wieder grundsätzlich zu zweit und ohne Zeitbeschränkung erlaubt sein. Zuletzt war dies wegen steigender Infektionszahlen nur alleine und für maximal 30 Minuten erlaubt. Zudem werden wieder doppelt so viele Zuschauer wie bisher zu Veranstaltungen zugelassen - in geschlossenen Räumen bis zu 200, im Freien bis zu 400. Bei Beerdigungen werden 50 Gäste erlaubt. Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen hatte Belgien die Corona-Regeln Ende Juli wieder stark verschärft.

Ungenutztes Zimmer der Intensivstation einer Helios-Klinik, die zu Fresenius gehört. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB

14:56
20.08.2020
Fresenius-Chef Stephan Sturm kritisiert das Corona-Krisenmanagement der Politik. Es sei ein Fehler gewesen, "alles komplett einseitig auf die Pandemie auszurichten", heißt es in einer vorab veröffentlichten Rede, die Sturm auf der Hauptversammlung des Gesundheitskonzerns am 28. August halten soll. Das gelte für viele Bereiche der Gesellschaft, besonders jedoch für die Medizin. "Wir haben alles runtergefahren. Und das, obwohl die große Corona-Welle gar nicht kam", sagt Sturm mit Blick auf die 86 Kliniken des Dax-Konzerns hierzulande. Covid-19 sei zwar eine große Bedrohung. Das seien Schlaganfälle, Herzinfarkte oder Krebs aber auch.
Da Fresenius angehalten worden sei, den normalen Klinik-Betrieb herunterzufahren und alles auszublenden, habe es viel weniger Untersuchungen gegeben. "Deshalb wurden viele Erkrankungen nicht festgestellt." Die daraus folgenden Schäden seien nicht so greifbar wie die Zahl der Corona-Opfer, so Sturm. "Aber sie sind da." In der Corona-Krise hatte der größte private Klinikbetreiber Deutschlands die Zahl der Intensivbetten kräftig aufgestockt und Operationen verschoben. Da die Pandemie hierzulande glimpflich verlief, standen aber viele Intensivbetten bei Fresenius leer.