In Peru geht infolge der Corona-Pandemie der Sauerstoff aus. Patienten, die schwer an Covid-19 erkrankt sind, müssen mit dem Gas zusätzlich versorgt oder gar künstlich beatmet werden. "Wegen der Corona-Pandemie ist die Nachfrage stark angestiegen", sagt Nicol Romero von der Firma OxiRomero Group. "Vorher haben wir pro Tag 40 bis 50 Flaschen befüllt, jetzt sind es zwischen 120 und 150." Das Angebot habe sich allerdings nicht wesentlich erhöht, zudem gebe es in Peru ein Duopol: "Zwei Unternehmen kontrollieren rund 90 Prozent des Sauerstoffmarkts."
Angesichts der Engpässe erklärte die peruanische Regierung Sauerstoff zuletzt zu einem "Element nationalen Interesses". Medienberichten zufolge produziert das südamerikanische Land gerade einmal 20 Prozent seines Bedarfs an medizinischem Sauerstoff. Nun soll die Produktion erhöht und der Import gesteigert werden. Dafür stellte die Regierung per Dekret umgerechnet rund 23 Millionen Euro zur Verfügung. Die Pandemie hat Peru hart getroffen. Mit mehr als 270.000 nachgewiesenen Infektionen steht das Land in Lateinamerika an zweiter Stelle nach Brasilien. Über 9000 Menschen sind an Covid-19 gestorben.