Nach den jüngsten Corona-Ausbrüchen mahnt Kanzleramtsminister Helge Braun zur Vorsicht. "Diese größeren Ausbrüche haben jetzt gezeigt: In dem Moment, wo man dem Virus eine Chance gibt, schlägt es auch wieder zu", sagt der CDU-Politiker in der ZDF-Sendung "Markus Lanz". "Wir haben nur dann eine Chance auf eine gute wirtschaftliche Erholung, auch auf eine soziale Entspannung (...), wenn die Infektionszahlen sehr, sehr niedrig sind. Deshalb glaube ich, ist die Aufgabe jetzt wirklich, jeden lokalen Ausbruch sehr, sehr genau und sehr schnell zu beantworten, aber auch nicht zu sorglos zu werden."
Aus seiner Sicht habe es in den vergangenen zwei, drei Wochen eine Phase gegeben, "wo manche Leute fast den Eindruck hatten, die Pandemie wäre vorbei". (...). Und das ist unsere allergrößte Sorge, weil, bis wir wirklich einen effektiven Impfstoff oder Heilmittel haben, wird das Virus weiter lauern." Die nach dem Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies in zwei Kreisen Nordrhein-Westfalens verhängten regionalen Einschränkungen des öffentlichen Lebens begrüßt Braun. Diese Entscheidung zu einem Lockdown, um die Situation zu beruhigen und um die Zeit zu haben, "uns wirklich ein Bild zu verschaffen", sei ganz wichtig und ein "sehr verantwortungsvolles Vorgehen".