Als Oberbefehlshaber der stolzen Atommacht läuft Kremlchef Wladimir Putin schon seit Tagen zur Höchstform auf. Gerade hat er zum 75. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Hitler-Deutschland eine große Militärkirche eröffnet. Und nun kommt trotz Pandemie der Höhepunkt des Kriegsgedenkens: die größte Militärparade der russischen Geschichte. Mehr als 13.000 Soldaten marschieren heute auf dem Roten Platz zu Live-Musik eines Militärorchesters auf. Von der Tribüne nimmt der Kremlchef im Beisein von Kriegsveteranen und internationalen Gästen die bombastische Waffenschau ab.
Das Gedenken an die 27 Millionen Opfer der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg ist in Russland heilig, wie Putin fast täglich betont. "Wir sind unbesiegbar, wenn wir vereint sind", sagte er schon am Tag des Sieges am 9. Mai, an dem er wegen der Pandemie noch auf große Feierlichkeiten verzichtet hatte. Nun – sieben Wochen später - sieht die Lage an der Corona-Front kaum besser aus. Die Weltgesundheitsorganisation warnte vor dem Infektionsrisiko bei Massenveranstaltungen. Viele russische Städte sagten die Paraden wegen der Gefahr ab.