Letztes Update:
20210102013048

10:55
23.06.2020
Bei der Bewältigung der Corona-Ausbrüche in Deutschland setzt das Robert Koch-Institut (RKI) großes Vertrauen in die lokalen Behörden. Über Maßnahmen zur Virus-Eindämmung müsse vor Ort entschieden werden, sagt RKI-Präsident Lothar Wieler in Berlin. Weil Zahlen für sich genommen nicht so aussagekräftig seien, müssten Verantwortliche vor Ort etwa auch beurteilen, ob es sich um einen begrenzten Ausbruch handle oder ob die Gefahr einer Ausbreitung bestehe. Ute Rexroth, Leiterin des Fachgebiets Surveillance am RKI, sagt, die lokalen Behörden seien sehr wachsam, Fälle würden relativ früh erkannt. Welche Maßnahmen genau getroffen würden, müsse unter Abwägung der Gesamtsituation entschieden werden.

Archivfoto: Bernd Thissen/dpa

10:45
23.06.2020
Warum es besonders in der Fleischindustrie vermehrt hohe Zahlen von Corona-Infizierten gibt, kann der Präsident des Robert Koch-Instituts derzeit noch nicht sagen. Lothar Wieler verweist bei einer Pressekonferenz des RKI in Berlin zum einen auf die Wohnsituation der Arbeiter in der Fleischindustrie, aber auch auf die niedrigen Temperaturen in den Schlachthöfen.
"Wir gehen davon aus, dass es 'sowohl... als auch' ist", sagt Wieler. In engen Wohnungen habe es das Virus einfacher, dass sei eine der Grundregeln, so der RKI-Präsident. Niedrige Temperaturen, um das Fleisch zu kühlen, könnten bei der Übertragung des Corona-Virus ebenso eine Rolle spielen wie Aerosole, bei der über die Luft Stoffe übertragen werden.