Nachdem NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) einen regionalen Lockdown für den Kreis Gütersloh verkündet hat, herrschen bei den Menschen vor Ort Entsetzen und Wut. "Wir hatten schon so viel Ärger durch den ersten Lockdown und jetzt soll das Ganze von vorne losgehen", sagt Kai Drees aus Steinhagen im Kreis Gütersloh der Deutschen Presse-Agentur. Der Gütersloher Pfarrer Stefan Salzmann spricht von viel Unmut in der Bevölkerung: "Ich nehme viel Hilflosigkeit und Unzufriedenheit wahr". Es gebe auch "eine große Wut, dass dieses System Tönnies so lange hat weitergehen können", so der evangelische Pfarrer. Seine Gemeinde sei besorgt, weil es in Teilen der Bevölkerung schon eine erhitzte Stimmung gegen die Werksarbeiter gebe.
Anwalt Drees sorgt sich auch um seinen Sommerurlaub: "Wir haben schon im Frühjahr den Urlaub umbuchen müssen, weil wir eigentlich fliegen wollten", so der 52-Jährige. "Jetzt soll es mit dem Auto nach Norderney gehen, aber wir haben von Leuten gehört, die nicht mehr dorthin fahren durften, weil sie aus dem Kreis Gütersloh kommen." Das verunsichere seine Familie und ihn.