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Tag 100

12:10
21.06.2020
100 Tage alt ist dieser Blog aus der Corona-Auszeit. Unfassbar, dass so viel Zeit seit dem Lockdown vergangen ist. Vor 100 Tagen haben sich im Leben von uns allen viele Dinge verändert. Und seit 100 Tagen berichtet dieser Blog ganz privat aus dem Leben meiner Familie. Die Idee dazu entstand vor vielen Wochen beim Mittagessen in der Kantine des „Mannheimer Morgen“, die damals noch geöffnet war. Es war irgendwann zwischen Anfang und Mitte März. Corona war bereits im Land, in der Stadt. Doch noch besuchten die Kinder die Schule, die Erwachsenen gingen ins Büro, es gab aktive Sportvereine, Restaurantbesuche, große Familienfeiern – und unzählige Veranstaltungen, über die der „MM“ berichtete. Niemand wusste damals, wie sich alles entwickeln würde. Aber alle am Tisch hatten eine dunkle Vorahnung, dass sich auch in ihrem Leben in den nächsten ein, zwei Tagen viele Dinge massiv ändern würden. „Wie soll das alles weitergehen, wenn die Kinder nicht mehr in die Schule gehen, nicht mehr ins Training?“, fragte ich damals in die Runde. „Das würde mich auch interessieren, vor allem, wie das bei Euch mit vier Kindern gehen soll“, sagte ein Kollege am Tisch. So entstand bei Pizza und Pasta die Idee, einen Blog einzurichten: Wie verändert sich das tägliche Leben einer Familie in Corona-Zeiten – ohne Schule, Sportvereine und öffentlichen Freizeitmöglichkeiten? Seit dem 14. März, Tag 1 nach dem Lockdown, schreibe ich das alles auf. Vom Alltag ohne Fußball und Tanzsport. Von meinem neuen Leben als Lehrerin, obwohl ich gar keine bin. Es ging in den vergangenen 100 Tagen um Langeweile, um Nähe trotz Abstand, schöne Momente, Mitgefühl oder den Schulaufgaben-Wahnsinn. Was ist in dieser Zeit noch passiert? Zahlreiche Leser haben sich bei mir gemeldet - aus Mannheim und der Region, sogar aus den USA, Kanada oder Norwegen: Sie freuen sich über den Einblick, berichten, wie es ihnen geht. Sie lachen darüber, dass das Leben einer größeren Familie doch überall irgendwie gleich ist. In den vergangenen 100 Tagen war der Blog also vor allem Eines: Ein Format, das Gemeinsamkeit und Nähe schafft – in einem Leben mit ansonsten 1,50 Meter Abstand. Wie lange es so weitergeht, weiß niemand. Aber eine Sache wissen wir: Die vergangenen 100 Tage haben wir alle prima gemeistert!

Eva Baumgartner