In der dritten Woche des Präsenzunterrichts bekommen wir eine Rückmeldung der Schule. Wir erfahren nun auch offiziell, was das Kultusministerium angekündigt hat: Ab dem 22. Juni können unsere Grundschüler wieder täglich den Unterricht besuchen. Bis zum Beginn der Sommerferien in zwei Wochen. Im Klassenverband lässt sich der Abstand nicht einhalten, beim Betreten und Verlassen der Schule sowie in den Pausen gilt der Abstand aber weiterhin, so das Schreiben. Wir wissen von einigen Eltern, dass sie Bedenken haben und ihre Kinder nicht zur Schule schicken. Dass sie sich als Versuchskaninchen fühlen, Angst haben, in den Ferien von Corona betroffen zu sein. Eine berechtigte Sorge. Wir fragen uns ebenfalls, warum die Entscheidung in den letzten beiden Schulwochen noch durchgezogen wird. Eine Pflicht, den Unterricht zu besuchen, gibt es jedenfalls nicht. Alternativ sei Homeschooling möglich, heißt es. Doch was wir nie für möglich hielten, wird jetzt wahr: Unsere Kinder wollen in die Schule. Jeden Tag. Klar, ein ungutes Restgefühl bleibt. Aber das lässt sich in diesen Zeiten nie und nirgendwo abschütteln. Wir sind gespannt, wie sich alles entwickelt. Wir riskieren es und machen mit.
Eva Baumgartner