Aus Lateinamerika hören wir seit Wochen ausschließlich bedenkliche Nachrichten, wenn es um die Corona-Krise geht. Brasilien ist von der Pandemie schwer gebeutelt. Doch es gibt auch Länder in Lateinamerika, die Positives vermelden. Und weil positive Nachrichten in diesen Zeiten besonders wichtig sind, blicken wir heute nach Uruguay. Das Land hat seinen Einwohnern sofort den Lockdown verordnet, schon als der erste Fall am 13. März bekannt geworden war. Schulen und Geschäfte schlossen, Grenzen wurden dicht gemacht. Während in Deutschland lange komplett auf Homeschooling gesetzt wurde, schwenkte eine deutsche Schule in Uruguay sofort um: Zwar gab es dort auch Homeschooling, allerdings nicht mit Eltern als Lehrern. Die Lehrer unterrichteten dort von Anfang an weiter - per Videokonferenz. Die Ausstattung gab es in weiser Voraussicht schon vor Corona - man fand einfach, dass Digitalisierung zum Schulalltag gehört. Der Stundenplan änderte sich für die Kinder deshalb praktisch nicht. Und alles war perfekt organisiert, berichtet eine Lehrerin, die vor mehreren Jahren von Deutschland nach Uruguay gezogen ist. Freilich: Es gibt in Uruguay kaum große Städte und ein gutes Gesundheitssystem. Doch das Land griff auch zu ungewöhnlichen Methoden: So wurden beispielsweise die Gehälter von Ministern, hohen Staatsangestellten, auch der Lohn des Präsidenten gekürzt - und damit ein Corona-Fonds finanziert. Uruguay entwickelte im eigenen Land einen Corona-Test - und testete dreimal so viel wie Brasilien. Dort liegt die Corona-Todesrate inzwischen bei traurigen 18 Prozent plus - in Uruguay unter einem Prozent. Diese erfreulichen Nachrichten sollten neben den unerfreulichen Zahlen benachbarter Länder nicht unerwähnt bleiben.
Eva Baumgartner