Das erste Mal in die Stadt: Auch das verursacht in diesen Zeiten ein mulmiges Gefühl. Wir müssen das Saxofon reparieren lassen. Und Mannheim ist voller, als wir zunächst dachten. Zahlreiche Menschen tummeln sich in den Quadraten, sitzen in Cafés oder flanieren durch die Straßen. Nicht in alle Läden kommen die Kunden ohne Wartezeit, vor allem vor Geschäften für Sportschuhe, vor einem Textildiscounter in der Fressgasse und vor einem neu eröffneten Outlet in der Kunststraße gibt es die längsten Schlangen. Vor oder in den Geschäften halten nicht alle Menschen Abstand: Es gibt immer wieder Einzelne oder Grüppchen, die das gar nicht kümmert. Oder Personen, die zwar einen Schutz tragen, diesen aber lässig am Kinn sitzen haben. Klar, das Tragen der Bedeckung ist nicht angenehm, doch wir als Kunden können schließlich immer wieder an die frische Luft. Das können nicht alle: Eine Verkäuferin gesteht uns, dass sie von der Maske Kopfschmerzen hat. „Ich darf sie acht Stunden nicht absetzen, auch wenn kein Kunde in der Nähe ist“, sagt sie. Doch das nehme sie in Kauf, sie ist froh, dass der Laden wieder öffnen kann und Geld in die Kasse kommt. Sie und ihre Kollegen geben gerade ihr Bestes, rennen von der Kasse zum Telefon, und trotzdem gibt es immer wieder Kunden, denen es nicht schnell genug geht, die pampig werden. Ganz ehrlich: Wer einkaufen geht, der sollte sich wirklich bemühen, respektvoll mit anderen Menschen umzugehen. Das sollte nicht nur beim Einkaufen, sondern in allen Situationen gelten. Vieles dauert gerade einfach länger. Seien wir doch froh, dass wir überhaupt vor Ort einkaufen gehen können. Denn auch wenn es länger dauert: Entschleunigung gehört in diesen Zeiten dazu. Und einen Gang runter zu schalten ist nicht das Schlechteste.
Eva Baumgartner