Letztes Update:
20220314160107

Tag 72

12:54
24.05.2020
Heute feiern wir den Geburtstag von Oma Gerda nach, den wir im April verschieben mussten. Vor knapp sechs Wochen konnten wir Oma nur vor der Haustür ein Ständchen singen und haben mit Abstand geplaudert. Jetzt klappt ein richtiges Treffen, weil sich inzwischen Personen aus zwei Haushalten treffen dürfen. Unser Weg führt uns in den Odenwald, wir wandern diesmal in Seidenbuch und Umgebung. Ein Geburtstagsessen gibt es anschließend auch. In einem Restaurant sitzen wir im Hof an der frischen Luft. Über uns sind immer mal wieder dunkle Wolken, aber die Sonne kämpft sich durch und wärmt uns. Ein toller Geburtstag. Auch Oma ist von ihrer verspäteten Geburtstagsfeier im kleinen Kreis begeistert.

Eva Baumgartner

Tag 71

08:47
23.05.2020
Trotz Abstand lernen wir in diesen Zeiten viele neue Menschen kennen. Weil die Kinder viel öfter zuhause sind, verbringen sie viel Zeit auf der Straße, radeln, skaten oder lassen dort ihre kleinen Autos fahren. Das lockt auch den Nachwuchs anderer Familien auf die Gasse. Und so verbringen unsere Kinder inzwischen viele Stunden mit Nachbarn, mit denen sie zuvor nichts zu tun hatten. Bisher hatten sie sich nämlich kaum gesehen: andere Schulen, andere Sportarten - es gab keinerlei Verknüpfungspunkte. Jetzt gibt es eine ganz dicke Verbindung: Langeweile. Und eine weitere: Der Wunsch nach gemeinsamer Zeit mit Gleichaltrigen.  Und das schweißt zusammen. Inzwischen verbringt die „Gang“ viel gemeinsame Zeit an der frischen Luft. Der Nachwuchs spielt Verstecken, baut auf dem wieder geöffneten Spielplatz riesige Burgen oder spielt Baseball mit einem dicken Holzstock und einem kleinen Ball. Und auch die Eltern halten ein Schwätzchen am Gartenzaun. Mal wieder zeigt sich: Corona verbindet und öffnet neue Möglichkeiten. Freilich gibt es viele negative Folgen der Pandemie. Das wollen wir nicht unter den Tisch fallen lassen. Doch wir sollten auch für das Positive die Augen öffnen.

Eva Baumgartner

Tag 70

11:26
22.05.2020
Wir gewöhnen uns in diesen Zeiten an viele Dinge - an manche allerdings langsam. Wer früher aus dem Haus ging, der schnappte sich Geldbeutel, Schlüssel und Handy. Fertig. Das reicht inzwischen nicht mehr. Heute gehört ein weiterer Griff dazu - der nach der Maske. Einige Male mussten wir in den vergangenen Wochen umkehren, weil wir das gute Stück vergessen hatten. Doch heute fällt uns auf: Der Griff nach der Maske sitzt. Er ist fest eingespeichert. Verlassen wir jetzt das Haus, schnappen wir uns vier Dinge. Geldbeutel, Schlüssel, Handy - und Maske!

Eva Baumgartner