"Auch wenn es so aussieht, als würden wir demnächst wieder im Präsenzunterricht weitermachen können, habe ich noch eine Bitte", schreibt die Lehrkraft unseres Sohnes am Gymnasium. Es gebe mehrere Schüler, die bei verschiedenen Kollegen noch immer behaupten, dass ihr Computer kein Mikrofon habe. Und sie deshalb "nicht sprechen" könnten. Die Lehrkraft bittet die Eltern, sich zu melden, wenn ihre Geräte kein Mikrofon haben. Dann werde sie ein Leihtablet beschaffen. "Auf Dauer ist eine stumme Teilnahme bei Videokonferenzen keine ausreichende Leistung", heißt es in der Nachricht. Tatsächlich, so berichten mir meine beiden älteren Kinder, funktionieren die Mikrofone der betroffenen Schüler nur im Unterricht nicht: Den Kindern und Jugendlichen fehlt in diesen Zeiten einfach der Elan, sich zu beteiligen und aufzuraffen. Bei privaten Unterhaltungen oder Spielen klappe das Unterhalten nämlich bestens. Die Nachricht der Lehrkraft wird in manchen Haushalten für keine gute Stimmung gesorgt haben. Sie sorgt aber hoffentlich dafür, dass die jungen Leute wieder aus ihrem Schneckenhaus kommen, in das sich viele seit Monaten zurückgezogen haben.
Eva Baumgartner