Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) unterstützt den Vorschlag des bayerischen Gesundheitsministers Klaus Holetschek (CSU), über höhere Krankenkassenbeiträge für Nicht-Corona-Geimpfte nachzudenken. "Ich bin ausdrücklich dafür, die Kassenbeiträge anzuheben, wenn jemand, der sich impfen lassen könnte, die Injektion bewusst verweigert", sagte Palmer der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstag): "Wer so unsolidarisch ist, dass er sich und andere gefährdet, unnötige Kosten verursacht und im Krankenhaus möglicherweise in Bettenkonkurrenz zu anderen Patienten tritt, kann nicht die Solidarität der gesetzlichen Krankenversicherung verlangen."
Wichtiger als diese Diskussion ist nach Palmers Ansicht aber, dass der Bundestag möglichst bald eine allgemeine Impfpflicht beschließt, bestenfalls schon in einer Sondersitzung in einer Woche. Die Omikron-Welle sei "potenziell verheerend". Geimpfte und Kinder deswegen in den Lockdown zu schicken, sei aber der falsche Weg. Stattdessen müssten per Impfpflicht bisher Ungeimpfte erreicht werden. Der März als Beginn dafür sei zu spät, sie müsse unmittelbar greifen. Zum 1. Februar seien Bußgelder von 1000 bis 5000 Euro zu verhängen. Dazu bedürfe es keines Impfregisters; Stichproben müssten reichen. Arbeitgeber müssten zudem zur Kontrolle des Impfstatus verpflichtet werden. "Personen, die ohne Nachweis angetroffen würden, müssen dann eben zahlen", so Palmer.