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20211203112254

Wieler mahnt zu schnellen Verschärfungen - „Keine Zeit zu verlieren“

09:56
03.12.2021
RKI-Präsident Lothar Wieler hat eine umfassende und schnelle Umsetzung der beschlossenen schärferen Corona-Maßnahmen angemahnt. Die neue Virusvariante Omikron sei in Deutschland angekommen, könne noch ansteckender sein als die Delta-Variante und auch bereits Geimpfte und bereits Genesene leichter infizieren, sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) am Freitag in Berlin. Omikron könnte nach seinen Worten in noch kürzerer Zeit zu noch mehr Fällen führen als die Delta-Variante. „Deshalb müssen alle gestern entschiedenen Maßnahmen auch flächendeckend umgesetzt werden, um Infektionen mit Delta und Omikron zu verhindern und um die Fallzahlen herunterzubringen.“ Wieler: „Wir haben keine Zeit zu verlieren, keinen einzigen Tag.“

Bund und Länder hatten am Donnerstag schärfere Maßnahmen beschlossen. Dazu zählen Zuschauer-Begrenzungen bei Großveranstaltungen sowie umfassende Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte. Wieler sagte, wenn die Maßnahmen gründlich umgesetzt würden, werde es weniger Infektionen und Erkrankungen geben. Dann könne die vierte Welle möglicherweise kleiner werden.

„Die Fallzahlen sind nach wie vor viel zu hoch“, sagte der RKI-Präsident. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sei „auf einem sehr hohen Plateau“. In einigen Bundesländern könnten sich erste Folgen der verschärften Maßnahmen zeigen, in anderen könne es aber auch sein, dass die Labore und Gesundheitsämter einfach nicht mehr hinterherkommen. Viel zu früh sei es, von einer Trendumkehr zu sprechen.

Patrick Reichelt

Spahn rechtfertigt umfassende Beschränkungen für Ungeimpfte

09:48
03.12.2021
Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die beschlossenen weitreichenden Corona-Beschränkungen für Ungeimpfte im Advent gerechtfertigt. „Wären alle erwachsenen Deutschen geimpft, steckten wir nicht in dieser schwierigen Lage“, sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin mit Blick auf deutlich höhere Anteile Ungeimpfter an Infizierten und Intensivpatienten. Die Bund-Länder-Beschlüsse zu schärferen Maßnahmen machten deutlich: „Deutschland nimmt die Lage ernst.“ Diese Entscheidungen seien spät gekommen, aber immerhin getroffen. Sie müssten nun umgesetzt werden.

Selbst wenn die Maßnahmen schon morgen volle Wirkung zeigten, würden die Klinikbelastungen aber ansteigen, sagte Spahn. Deutschland werde die Zahl von mehr als 5000 Corona-Patienten auf den Intensivstationen in den nächsten Tagen und Wochen deutlich übersteigen. Die Lage werde „rund um Weihnachten ihren traurigen Höhepunkt erreichen“.

Spahn sagte, er bitte jeden einzelnen: „Helfen Sie mit, weiteres Leid zu verhindern.“ Alle Bürger sollten Auflagen einhalten und Kontakte reduzieren. Es gehe auch nicht darum, jede Regel auszureizen. Die Impfkampagne nehme wieder deutlich Fahrt auf und nähere sich täglichen Rekordzahlen des Frühsommers. Spahn betonte, dass für das Ziel von bis zu 30 Millionen Impfungen bis zum Jahresende genug Impfstoff verfügbar sei.

Patrick Reichelt

Divi: Bund-Länder-Beschlüsse können Pandemie entscheidend verändern

09:42
03.12.2021
 Die Intensivmediziner-Vereinigung Divi hat die jüngsten Beschlüsse von Bund und Ländern zur Eindämmung der Corona-Pandemie begrüßt. Die bundeseinheitliche 2G-Regel für Einzelhandel und Kultur, Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte und die Maskenpflicht für alle Schulklassen hätten das Potenzial, die Entwicklung entscheidend zu verändern, erklärte die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) am Freitag in Berlin.

„Besonders begrüßen wir das einheitliche Vorgehen“, sagte Divi-Präsident Gernot Marx der Deutschen Presse-Agentur. Die vergangenen Monate hätten gezeigt, dass einheitliche Maßnahmen am besten wirkten. Weiterhin bis zu 15 000 Menschen zu Großveranstaltungen zusammenkommen zu lassen, erscheine trotz der 2G-Regelung (Genesene und Geimpfte) allerdings sehr hoch, hieß es weiter. „Es gilt entsprechend, das Ausbruchsgeschehen rund um diese Zusammentreffen vieler Menschen sehr genau im Auge zu behalten.“

Die Beschlüsse würden vermutlich erst zum Jahreswechsel dazu beitragen, die Zahl der intensivpflichtigen Covid-Patienten zu reduzieren, so Divi. Erst dann werde auch die Belastung für Mediziner und Pflegekräfte sinken. „Ein neues Allzeithoch rund um Weihnachten ist aber unvermeidbar.“ Als vorausschauend bezeichnete die Vereinigung die Vorbereitung der Impfpflicht. „Somit ist zu hoffen, dass die 4. Welle die letzte Welle bleibt - so denn die Umsetzung erfolgt.“

Patrick Reichelt