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20211129094226

Krankenhausgesellschaft: Laufen in Katastrophen-Medizin hinein

09:03
29.11.2021
Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, warnt vor harten Triage-Entscheidungen in Krankenhäusern. Mit Blick auf die zahlreichen Covid-Patienten auf den Intensivstationen sagte er am Montag im Deutschlandfunk: „Das findet jetzt auch aktuell statt, um sich auf noch schwierigere Lagen vorzubereiten. Wir laufen langsam, aber sicher in eine Art Katastrophen-Medizin hinein.“ Triage bedeutet, dass Mediziner aufgrund von knappen Ressourcen entscheiden müssen, welchen Patienten sie zuerst helfen.

Schon jetzt würden Intensiv-Patienten früher „als medizinisch vertretbar“ auf Normalstationen verlegt werden, erklärte Gaß. „Man weiß: Wir können nicht mehr allen Patienten die bestmögliche Behandlung ermöglichen, (...) die wir im Regelfall zur Verfügung haben.“ Das sei schon eine Art von Triage.

„Wenn wir von Triage sprechen, ist das ein schleichender Prozess, der nach und nach immer härter Realität wird“, sagte Gaß. So müssten sich Patienten und Kliniken darauf einstellen, dass auch „medizinisch kompliziertere Fälle“ beispielsweise mit einer Verschiebung ihrer Operationen rechnen müssten.

Jean-Pierre Fellmer

Leopoldina-Vizepräsident Schlögl fordert sofortige Kontaktreduktion

08:01
29.11.2021
Der Vizepräsident der Wissenschaftsakademie Leopoldina, Prof. Dr. Robert Schlögl, hat gefordert, Kontakte drastisch zu reduzieren.

Das müsse so schnell wie möglich passieren, damit man Zeit gewinne, um mehr Menschen zu impfen, sagte Schlögl am Montag im Inforadio vom rbb. Auf die Frage, ob er einen Lockdown fordere, sagte Schlögl: „Das Wort darf man nicht sagen, aber natürlich ist die erste Maßnahme, wenn man sich überlegt die jetzige Pandemie einzudämmen, ist einfach Kontaktreduktion, denn Impfen wirkt nicht sofort.“

Schlögl sprach sich außerdem für eine sofortige Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen aus. Selbst wenn man jetzt alle impfen würde, brauche es noch mindestens bis Weihnachten, ehe das wirke, so Schlögl. „Jeder Tag, den wir hier vertun, ist ein Tag, der schwere Gesundheitsschäden und Tote fordert.“

Jean-Pierre Fellmer

Japan will Einreise von Ausländern vorerst unterbinden

07:52
29.11.2021
Japan will wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus erneut die Einreise von Ausländern verbieten. Er habe beschlossen, „als Notfallmaßnahme“ von Dienstag an die Einreisebeschränkungen für Ausländer aus aller Welt wieder in Kraft zu setzen, sagte Ministerpräsident Fumio Kishida laut dem Sender NHK World am Montag. Ziel sei es, die schlimmste Situation für das Land zu verhindern. Die Maßnahme soll zunächst solange gelten, bis genauere Informationen über die neue Corona-Mutante vorliegen.

Jean-Pierre Fellmer