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Ärztekammer: Corona-Stopp für Weihnachtsmärkte nicht ausschließen

12:49
16.11.2021
Die Ärztekammer Niedersachsen sieht angesichts steigender Corona-Infektionszahlen mit großer Skepsis auf die in diesen Tagen vielerorts beginnenden Weihnachtsmärkte. „Je nach regionaler Inzidenzlage sollten im Extremfall auch Schließungen nicht ausgeschlossen werden“, sagte Ärztekammer-Präsidentin Martina Wenker der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ).

„Wir können doch nicht zusehen und feiern, während nebenan in den Krankenhäusern geplante Eingriffe wieder und wieder verschoben werden müssen, Corona-Patienten sterben und das Personal in Praxis und Klinik am Limit ist.“ Zum jetzigen Zeitpunkt sei sie aber noch nicht für eine Absage, sondern für eine „streng kontrollierte 2G-plus-Regelung sowie strikte Personenzahlobergrenzen und wöchentliche Neubewertung je nach regionaler Inzidenz“. 2G plus bedeutet, dass nur Geimpfte und Genesene Einlass bekommen, die zusätzlich einen negativen Corona-Test vorweisen.

In vielen Städten, etwa Bremen und Northeim, laufen letzte Vorbereitungen für die Weihnachtsmärkte. Imbiss- und Glühweinstände werden aufgebaut, Lichterketten installiert, Karussells montiert. Coronabedingt gelten entsprechende Hygienekonzepte.

Wegen der täglich landesweit steigenden Neuinfektionen sagte die Stadt Northeim am Dienstag aber den nur für den 7. Dezember geplanten traditionellen Weihnachtskrammarkt ab. Aus demselben Grund sagte der Kreis Emsland den für den 4./5. Dezember geplanten Weihnachtsmarkt „Advent auf Schloss Clemenswerth“ ab.

„Wegen der stetig steigenden Infektionszahlen kommen wir als Veranstalter unserer Vorbildfunktion und Fürsorgepflicht nach. Wir bedauern die Absage dieses besonderen Weihnachtsmarktes sehr“, sagte der Erste Kreisrat Martin Gerenkamp. Die frühzeitige Absage solle den Schaden für alle an der Veranstaltung Beteiligten gering halten.

Patrick Reichelt

Kroatien verschärft Corona-Maßnahmen - 3G in allen Ämtern

11:59
16.11.2021
Das EU-Land Kroatien hat angesichts steigender Infektionszahlen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verschärft. Seit Dienstag dürfen Amtsgebäude nur mehr noch von Menschen betreten werden, die entweder geimpft, genesen oder getestet sind. Die Regelung gilt sowohl für die Mitarbeiter der Ämter als auch für Kunden.

Die Einführung der 3G-Regel für Amtsgebäude lief weitgehend ohne größere Schwierigkeiten an, berichtete das Nachrichtenportal „jutarnji.hr“. Lediglich vor dem Bezirksgericht in Zagreb bildeten sich an der Einlasskontrolle längere Schlangen. Einzelne Bürger äußerten ihren Unmut über die neue Einschränkung, hieß es in dem Bericht. Die Maßnahme war in der Vorwoche erlassen worden. Am Montagabend demonstrierten in Zagreb und in der Adria-Stadt Split jeweils mehrere hundert Maßnahmen-Gegner.

In Kroatien stiegen die Corona-Infektionszahlen zuletzt stark an. Die Sieben-Tage-Rate pro 100 000 Einwohner lag am Dienstag bei 914. Sie war damit fast drei Mal so hoch wie in Deutschland. In den letzten sieben Tagen starben im Durchschnitt täglich 56 Menschen an den Folgen einer Corona-Erkrankung. Nur 45,5 Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft.

Patrick Reichelt