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England beendet Corona-Maßnahmen am 19. Juli

16:45
12.07.2021
England beendet am 19. Juli fast alle Corona-Maßnahmen und kehrt weitgehend zur Normalität zurück. Abstandsregeln und Maskenpflicht enden dann, Nachtclubs dürfen wieder öffnen, und es gibt keine Zuschauerbeschränkungen mehr. Die Voraussetzungen dazu seien erfüllt, sagte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid am Montag im Parlament in England. Dass der Schritt möglich ist, sei den Bemühungen der Briten und dem Impfprogramm zu verdanken. Javid forderte die Bevölkerung aber weiter zur Vorsicht auf, alle sollten mit Bedacht handeln. Premierminister Boris Johnson wollte sich am späten Nachmittag äußern.

Wegen der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante war die Zahl der Neuinfektionen in Großbritannien zuletzt wieder deutlich gestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl neuer Fälle je 100 000 Menschen in einer Woche, lag zuletzt bei 311,7 (Stand: 7. Juli).

Javid sagte, die Regierung ermutige Unternehmen und Veranstalter dazu, sogenannte Impfpässe zu nutzen. Damit sollen Kunden, Gäste und Teilnehmer ihren Impfstatus, ihre Immunität oder einen aktuellen, negativen Corona-Test nachweisen können. Zwar sei zu erwarten, dass die Zahl der Neuinfektionen weiter steigen werde, doch glaube die Regierung nicht, „dass die Infektionszahlen einen unaushaltbaren Druck auf den Gesundheitsdienst NHS“ ausüben werden, so Javid.

Er forderte die Bevölkerung auf, weiter Schutzmaßnahmen wie Maskentragen in geschlossenen, öffentlichen Räumen zu berücksichtigen und sich nach Möglichkeit im Freien zu treffen. „Dies ist nicht das Ende des Wegs“, sagte der Minister. „Es ist der Beginn einer neuen Phase andauernder Vorsicht, während wir mit diesem Virus leben und die Risiken bewältigen.“

Bedenken von Wissenschaftlern teilt die Regierung nicht. Sie argumentiert vielmehr, die Verbindung zwischen Infektionen sowie Krankenhauseinweisungen und Todesfällen sei dank des erfolgreichen Impfprogramms ausreichend geschwächt.

Michael Rabba

Tag der Niedersachsen wird auf 2022 verschoben

15:51
12.07.2021
Wegen der anhaltenden Corona-Pandemie soll der für den Oktober in Hannover geplante 37. Tag der Niedersachsen auf das kommende Jahr 2022 verschoben werden. Das Land und die Landeshauptstadt begründeten die Absage mit dem Infektionsschutz. Stattfinden soll der Tag nun vom 10. bis 12. Juni 2022, wie eine Sprecherin der Staatskanzlei am Montag mitteilte. Zu dem dreitägigen kulturellen Fest, das alle zwei Jahre in einer anderen Stadt gefeiert wird, wären mehrere Hunderttausend Menschen in der Landeshauptstadt erwartet worden. Zunächst hatte der NDR berichtet.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) betonte in einer Mitteilung, dass bereits bei der Vorstellung der Pläne im April darauf hingewiesen wurde, den Tag der Niedersachsen von der Pandemieentwicklung abhängig zu machen. „Die Situation im Herbst ist aus heutiger Sicht nicht sicher einzuschätzen. Es entspricht dem Gebot der Vorsicht, Risiken zu vermeiden“, sagte Weil. Die Staatskanzlei verwies darauf, dass die Dynamik, die von der Deltavariante des Coronavirus ausgehe, noch nicht absehbar sei.

Auch Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) bedauerte die Absage, betonte aber, dass Expertinnen und Experten nach wie vor vor Großveranstaltungen warnten. „Die Massen im EM-Finale in London haben mir vor Augen geführt, wie schnell wir all das, was wir im gemeinsamen Kampf gegen das Virus erreicht haben, wieder verspielen können.“ Vorsicht sei besser als Nachsicht, und aufgeschoben sei nicht aufgehoben, teilte der Grünen-Politiker mit.

Nach Angaben der Staatskanzlei seien für die ersten Planungen der Veranstaltung zwar bereits Kosten von bis zu 20 000 Euro entstanden. Diese Planungen könnten aber weitgehend für die Veranstaltung im kommenden Jahr übernommen werden, sagte die Sprecherin. Bei Vereinen und Gruppen, die sich bei dem Fest präsentieren wollten, sei die Absage auf Verständnis gestoßen.

In diesem Jahr feiert das Land Niedersachsen den 75. Jahrestag seiner Gründung. Zudem jährt sich die Ernennung Hannovers zur Landeshauptstadt zum 75. Mal. Stadt und Land wollten daher gemeinsam feiern und hatten den Tag der Niedersachsen vom 8. bis 10. Oktober in die Landeshauptstadt gelegt.

Michael Rabba