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20210712184840

Regierung: Keine Abkehr von Corona-Inzidenzwerten

11:48
12.07.2021
Die Bundesregierung hat bekräftigt, dass sie bei der Beurteilung der Corona-Lage weiterhin die Sieben-Tage-Inzidenz im Blick behalten wird. Es sei wichtig, weitere Parameter wie die Krankenhauseinweisungen wegen Covid-19 hinzuzuziehen, um die Lage einzuschätzen. „Aber das ist nicht als eine Abkehr von der Sieben-Tage-Inzidenz zu verstehen“, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Montag in Berlin.

Es sei auch keine Änderung der politischen Strategie damit verbunden, unterstrich der Sprecher. Die Inzidenz sei nach wie vor ein wichtiger Parameter, weil sie unter anderem Trends erkennen lasse. Auf die Frage, ob Maßnahmen wie Schulschließungen künftig weiterhin an die Höhe der Inzidenz gekoppelt werden, verwies der Sprecher auf die Zuständigkeit der Länder im Schulbereich.

Regierungssprecher Steffen Seibert fügte hinzu, man sei unter anderem dank der Impfungen in einer recht guten Lage. Wirtschaft und Handel könnten arbeiten, das Kulturleben kehre zurück. „Das heißt aber alles nicht, dass wir schon in einer Situation der Normalität wären, wenn man mit "normal" vor der Pandemie meint.“

Malte Bürger

Englische Lockerungspläne: Kritik an widersprüchlichen Botschaften

11:28
12.07.2021
Die britische Regierung ist wegen widersprüchlicher Botschaften zum Masken-Tragen nach dem geplanten Ende aller Corona-Maßnahmen zunehmend in die Kritik geraten. „Ich glaube es ist ganz schön verwirrend für die Leute, was jetzt das Richtige zu tun ist“, sagte der Experte für Infektionskrankheiten Mike Tildesley von der Universität Warwick im BBC-Fernsehen am Montag. Er hoffe, genug Menschen wägten die Risiken selbst ab, damit es nicht zu einem massiven Anstieg der Infektionen komme.

Der britische Premierminister Boris Johnson wollte noch am Montag bekannt geben, ob wie erwartet am 19. Juli alle Corona-Maßnahmen in England - inklusive der Maskenpflicht - aufgehoben werden können. Es wird damit gerechnet, dass er an dem Plan festhält. Mehrere Minister hatten bereits angekündigt, nach dem Ende der Maskenpflicht keinen Mund-Nasen-Schutz mehr tragen zu wollen. Andere hatten die Menschen dazu aufgerufen, freiwillig weiterhin Masken zu tragen. Auch Johnson mahnte die Menschen einer in der Nacht zum Montag veröffentlichten Mitteilung zufolge zur Eigenverantwortung.

In Großbritannien steigt die Anzahl der Neuinfektionen seit Wochen wieder dramatisch. Die Regierung argumentiert jedoch, die Verbindung zwischen Infektionen und Krankenhauseinweisungen und Todesfällen sei Dank des erfolgreichen Impfprogramms ausreichend geschwächt. Experten warnen jedoch vor bis zu 100 000 Neuinfektionen pro Tag, was eine erhebliche Belastung des Gesundheitsdiensts mit sich bringen könnte.

Malte Bürger