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20210706202735

Forderung nach Corona-Einkaufsgutscheinen stößt auf Widerspruch

19:26
06.07.2021
Die Forderung des Handelsverbandes Deutschland (HDE) nach staatlichen Einkaufsgutscheinen zur Förderung des stationären Einzelhandels stößt in der Politik auf Widerspruch. Solche Gutscheine für die Verbraucher hätten „allenfalls einen kurzfristigen und konjunkturell kaum spürbaren Effekt“, sagte der Regierungsbeauftragte für den Mittelstand, Thomas Bareiß (CDU), dem „Handelsblatt“. Ziel müsse es aber sein, den stationären Einzelhandel langfristig attraktiv zu machen - auch durch flexiblere Öffnungszeiten.

Auch der Stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Michael Theurer, äußerte sich kritisch: „Der Vorschlag des HDE ist wahrscheinlich wettbewerbsrechtlich schwierig und könnte einen bloßen Strohfeuer-Effekt auslösen“, sagte der Liberale dem „Handelsblatt“. Er sprach sich dafür aus, den Geschäften zumindest für einen Corona-Nachholeffekt zu erlauben, sonntags zu öffnen. Offener für den Vorschlag des HDE zeigen sich die Grünen. „Kauf-vor-Ort-Gutscheine sind dann ein gutes Mittel, um den stationären Einzelhandel zielgerichtet zu stärken, wenn die Nachfrage schwächelt“, sagte die Grünen-Wirtschaftspolitikerin Katharina Dröge.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) hatte im Rahmen eines Zehn-Punkte-Plans für einen Neustart nach der Pandemie die Ausgabe eines staatlich finanzierten „City-Bonus“ in Höhe von 200 Euro für alle Bürgerinnen und Bürger vorgeschlagen. Der Gutschein sollte nach den Vorstellungen des Verbandes nur in Betrieben, die von den Schließungen unmittelbar betroffen waren, einlösbar sein.

Michael Rabba

Kretschmann warnt vor endloser Pandemie - und drängt zum Impfen

16:48
06.07.2021
Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat das Erreichen der Herdenimmunität in Frage gestellt - und vor bleibenden Einschränkungen für Impfverweigerer gewarnt. Aufgrund der Delta-Variante und der Tatsache, dass auch Geimpfte sich infizieren und wohl auch in geringerem Maße Infektionen weitertragen könnten, sei es fraglich, „ob wir überhaupt noch Herdenimmunität erreichen“, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Stuttgart. Die Delta-Variante sei erheblich ansteckender als andere Varianten des Coronavirus.

Es sei deshalb wichtig, dass sich alle impfen lassen. „Sonst können wir die Pandemie gar nicht mehr beenden“, sagte Kretschmann. „Impfen ist das einzige Mittel, das wir haben, um die Pandemie in die Knie zu zwingen.“ Die Ergebnisse der Antigentests würden bei der Delta-Variante unsicherer, man müsse möglicherweise auf PCR-Tests zurückgehen. „Da muss jeder damit rechnen, wenn er nicht geimpft ist, dass er bestimmte Erleichterungen einfach nicht mehr wahrnehmen kann.“ Man werde das mit Blick auf die Schultests überprüfen.

Michael Rabba