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WHO Europa: Fortschritt im Corona-Kampf ist fragil

10:43
20.05.2021
Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt angesichts sinkender Corona-Zahlen in Europa vor einem vorzeitigen Nachlassen im Kampf gegen die Pandemie. Die Zahl der nachgewiesenen wöchentlichen Neuinfektionen in der europäischen Region sei zwar innerhalb eines Monats von 1,7 Millionen um rund 60 Prozent auf knapp 685 000 in der vergangenen Woche zurückgegangen, sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Donnerstag auf seiner regelmäßigen Online-Pressekonferenz in Kopenhagen.

„Aber dieser Fortschritt ist zerbrechlich. Wir waren hier schon einmal. Lasst uns nicht dieselben Fehler machen, die zu dieser Zeit im vergangenen Jahr gemacht wurden“, sagte Kluge. Diese Fehler hätten zu einem Wiedererstarken des Coronavirus sowie dazu geführt, dass die europäischen Gesundheitssysteme, Gemeinschaften und Volkswirtschaften erneut die volle Kraft der Pandemie gespürt hätten.

„Wir haben unsere Lektion auf die harte Weise gelernt“, sagte Kluge. Nun gehe es in die richtige Richtung. Dennoch müsse man das Virus weiter aufmerksam im Auge behalten. Die Pandemie sei noch nicht vorbei. Die im Sommer erwartete zunehmende Mobilität sowie mehr Aktivitäten und Zusammenkünfte könnten wieder zu mehr Infektionen in Europa führen. Während man weiter Vorsicht walten lassen müsse, mögen die Corona-Impfstoffe zwar ein Licht am Ende des Tunnels sein. „Aber wir dürfen uns von diesem Licht nicht blenden lassen“, sagte Kluge.

Die WHO zählt zur Region Europa insgesamt mehr als 50 Länder, neben der EU sind darunter zum Beispiel auch die Türkei, Russland und die Ukraine. In dieser Region hat es nach WHO-Angaben bislang knapp 54 Millionen gemeldete Corona-Infektionen sowie rund 1,13 Millionen damit in Verbindung stehende Todesfälle gegeben.

Malte Bürger

Hacker verschafft sich Personendaten von Niedersachsens Impfportal

10:13
20.05.2021
Ein Hacker hat sich Zugriff auf Personendaten des niedersächsischen Corona-Impfportals verschafft und danach das Gesundheitsministerium selber auf die Sicherheitslücke hingewiesen. Die Panne habe frühzeitig behoben werden können, bevor sie von weiteren Personen ausgenutzt werden konnte, teilte das Ministerium am Donnerstag in Hannover mit. Der sogenannte freundliche Hacker habe sich am 7. Mai per Mail mit dem Hinweis gemeldet, dass es ihm gelungen sei, über das Impfportal Zugriff auf Namen und Adressen von registrierten impfwilligen Personen zu erhalten. Er habe keine Daten ausgespäht und wolle, dass die Lücke schnell geschlossen werde.

Eine Überprüfung durch den Betreiber des Impfportals habe ergeben, dass die Datensätze von insgesamt 1258 registrierten Personen abgerufen oder angezeigt wurden, erklärte das Ministerium. Dies sei ausschließlich kurz vor der Meldung des Hinweisgebers erfolgt, so dass man davon ausgeht, dass alle Zugriffe dem „Friendly Hacker“ zuzurechnen sind. Die Betroffenen Menschen sollen in Kürze angeschrieben und informiert werden.

Malte Bürger