Mehrere Arbeitgeberverbände in Niedersachsen fordern, dass die Schulen spätestens ab Pfingsten wieder öffnen und mindestens im Wechselmodell unterrichten. Ansonsten drohe den Kindern, dass sie bis nach den Sommerferien über 44 Wochen nicht im Klassenraum gesessen haben. „Die Kollateralschäden der Corona-Politik für die Bildung und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sind jetzt schon enorm, aber diese Aussicht ist schlichtweg eine Katastrophe“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände im Haus der Industrie, Volker Schmidt. An einen Inzidenzwert oder die weitere Entwicklung der Fallzahlen knüpfte er die Forderung nicht.
Schmidt betonte, gerade für Kinder aus „sozial schwächeren“ Familien, deren Eltern es schwerfalle, für eine vernünftige technische Ausstattung zu sorgen und beim Lernen zu helfen, sei das Homeschooling schwierig. Viele Kinder hätten ohne Schule zudem kaum Kontakt zu Gleichaltrigen und bewegten sich zu wenig.
Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hatte zuletzt die Hoffnung geäußert, dass der Präsenzunterricht ab Mitte Mai bis zu einer Sieben-Tage-Inzidenz von 165 ermöglicht werden könnte. So sieht es auch die sogenannte Bundes-Notbremse vor. Bisher müssen die Schulen in Niedersachsen aber bereits ab einer Inzidenz von 100 in den Distanzunterricht wechseln. Das werde auch absehbar so bleiben, hatte eine Sprecherin von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) nach Tonnes Äußerungen erklärt.